USA

Enthüllungen über Finanzierung von Klimaskeptikern

In den USA sorgen Enthüllungen über die Methoden von Klimaskeptikern für Schlagzeilen. Interne Dokumente wurden bekannt, die teilweise für den Unterricht an Schulen eingesetzt werden sollten. Mindestens eines sei gefälscht, andere Materialien seien direkt von der Energieindustrie finanziert worden.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Washington (AFP/red) - Der demokratische Abgeordnete Raul Grijalva forderte am Mittwoch (Ortszeit) eine Anhörung im zuständigen Parlamentsausschuss, um Vorwürfe zu prüfen, wonach ein beim Innenministerium angestellter Forscher für ein Kapitel in einem klimaskeptischen Buch 1000 Dollar (rund 750 Euro) im Monat vom konservativen Heartland-Institut bekommen haben soll. Ein Mitarbeiter des Energieministeriums bekam internen Dokumenten zufolge sogar vierteljährlich 25.000 Dollar für Entwürfe für Schulmaterial.

Finanziert von der Energiewirtschaft

Die internen Dokumente waren bereits in der vergangenen Woche im Internet veröffentlicht worden. Sie deckten unter anderem auf, dass das Heartland-Institut hunderttausende Dollar an Spenden von der Energieindustrie erhielt - und wofür es das Geld ausgibt. Demnach will das Institut 200.000 Dollar in das fragliche Schulmaterial zum Klimawandel investieren, das Schüler davon überzeugen soll, dass der Klimawandel in der Fachwelt hochumstritten ist.

Klimawandel soll in Abrede gestellt werden

Das Institut erklärte nach der Veröffentlichung, eines der Dokumente sei gefälscht. Eine Interview-Anfrage der Nachrichtenagentur AFP wurde nicht beantwortet. Am Montag räumte der US-Klimaforscher Peter Gleick ein, sich die Dokumente unter falschem Namen besorgt zu haben. Er entschuldigte sich und erklärte zu seiner Verteidigung, er sei frustriert gewesen "über die anhaltenden Versuche - oft anonym, gut finanziert und koordiniert - die Klimaforschung und -forscher zu attackieren".

Ende 2009 hatte kurz vor der Klimakonferenz in Kopenhagen die Veröffentlichung angeblich gefälschter Klimadaten weltweit für Aufsehen gesorgt. Bei der sogenannten Climategate-Affäre hatten Hacker tausende interne E-Mails von Forschern der britischen Universität von East Anglia im Internet veröffentlicht. Daraufhin warfen Kritiker den Klima-Experten vor, Daten vertuscht zu haben, die Zweifel an der These der Erderwärmung nähren.

Quelle: AFP