Rhein-Main-Gebiet

Entega: Kein Kohlestrom aus Mainzer Kohlekraftwerk

Der Darmstädter Energieversorger HSE will über seine Vertriebstochter Entega keinen Strom aus dem zwischen Mainz und Wiesbaden geplanten Kohlekraftwerk beziehen. Entega sei ebenso aus der Vertragsoption für Kohlestrom-Bezug ausgestiegen wie das Darmstädter Unternehmen insgesamt.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Darmstadt/Mainz (ddp-hes/red) - Ende der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass HSE seine Option, aus dem umstrittenen Kraftwerk der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) Kohlestrom zu beziehen, aufgekündigt hat. Die KMW teilten daraufhin mit, dieser Schritt habe keine negativen Auswirkungen auf das Kraftwerksprojekt. Laut KMW ist der Vertrag für die Entega, an der HSE 74,9 Prozent und die Stadtwerke Mainz 25,1 Prozent der Anteile hält, von der Entscheidung nicht betroffen.

Kein Kohlestrom für Haushalte im Rhein-Main-Gebiet

Dem widersprach jedoch HSE-Sprecher Jürgen Hein-Benz am Montag. Es gebe zurzeit unterschiedliche Positionen zu der Frage, ob die Stadtwerke Mainz ihren Anteil von 35 Megawatt Kohlestrom an Entega trotzdem liefern werden. "Falls die Abnahme dieser Strommenge unvermeidlich sein sollte, wird Entega diesen Strom im Großhandel vermarkten und nicht zur Belieferung von Endkunden im Rhein-Main-Gebiet nutzen", teilte HSE mit.

Kohlekraftwerk Mainz weiter umstritten

Das geplante Kohlekraftwerk der KMW ist bei den potenziellen Anrainern stark umstritten. Bürgerinitiativen beklagen, dass ein Kohlekraftwerk nicht ökologisch sei und stellen die Notwendigkeit des Kraftwerks für die Region in Frage. Trotz zahlreicher Klagen, unter anderem von der Stadt Wiesbaden hatten die KMW Anfang Mai von der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd die Baugenehmigung für das Kraftwerk erhalten.