Mit vereinten Kräften

ENI und EnBW gründen Joint Venture

EnBW goes Italia: Zusammen mit dem Energieunternehmen ENI will die EnBW die Mehrheit an der Gasversorgung Süddeutschland übernehmen.

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Der italienische Energiekonzern ENI und die EnBW Energie Baden-Württemberg AG haben eine Vereinbarung über die Gründung einer Gesellschaft getroffen, an der sie zu gleichen Teilen beteiligt sind und die das Ziel hat, die Mehrheit an der Gasversorgung Süddeutschland GmbH (GVS) zu übernehmen.

GVS ist eines der wichtigsten regionalen Gastransport- und -vertriebsunternehmen in Deutschland. Größter Einzelgesellschafter der GVS sind die Neckarwerke Stuttgart AG (NWS), ein Beteiligungsunternehmen der EnBW. Die GVS ist im Land Baden-Württemberg aktiv; sie transportiert und verkauft jährlich acht Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr und hat im Geschäftsjahr 1999/2000 einen Umsatz von etwa 1,3 Milliarden Euro erzielt. Die Übernahme der Mehrheit an der GVS durch die neue Gesellschaft soll durch den Erwerb des Anteils der NWS von 33,4 Prozent und des Anteils des Landes Baden-Württemberg von 25 Prozent erfolgen. Weiterer wichtiger Gesellschafter der GVS ist die MVV Energie Gruppe, die einen Anteil von 26,2 Prozent besitzt.

Mit dem Joint Venture wollen ENI und EnBW die zwischen dem Gas- und Strombereich bestehenden Synergien nutzen, um sich in dem neuen Wettbewerbsumfeld des geöffneten europäischen Gasmarktes zu behaupten. Die wirtschaftlichen Inhalte sollen im September 2001 festgelegt werden. "Diese Vereinbarung fügt sich in die von ENI verfolgte Strategie ein, das Gasgeschäft im Ausland weiter auszubauen. Die EnBW ist ein bedeutendes deutsches Stromunternehmen und zeichnet sich durch ihren exzellenten Kundenservice aus. Die EnBW hat einen wesentlichen Beitrag geleistet, die Liberalisierung des deutschen Strommarkts anzustoßen. Unsere Gasreserven in Europa und unsere technischen Kompetenzen ermöglichen die Nutzung bedeutender Synergiepotentiale und räumen unserem Vorhaben hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten ein. Dies sind die Gründe, warum ENI sich für die EnBW als Partner entschieden hat", so der Vorstandsvorsitzende von ENI, Vittorio Mincato. Und auch Gerhard Goll, Vorstandsvorsitzender der EnBW, ist begeistert: "Die ENI ist ein großes, weltweit tätiges Erdöl- und Erdgasunternehmen. Europaweit ist ENI das größte Unternehmen im Bereich Beschaffung und Vertrieb von Erdgas mit einer starken internationalen Ausrichtung. Das Unternehmen ist besonders im italienischen Markt aktiv, der ebenfalls hinsichtlich Marktöffnung und Liberalisierung zu den am weitesten fortgeschrittenen in Europa zählt. Außerdem zeigt ENI, dass sie die aus der Entwicklung des europäischen Energiemarktes entstehenden Herausforderungen aktiv angehen kann: Damit ist ENI ein idealer Partner der EnBW. Das Joint Venture mit ENI wird den Energiekunden in Baden-Württemberg und in Deutschland konkrete Vorteile bringen."