Zusammenarbeit

Engere Kooperation von Bayern und Moskau

Bayerns Wirtschaftminister Martin Zeil befindet sich derzeitig bei einem vierzehn-tägigen Besuch in Moskau. Ein Ausbau der Zusammenarbeit ist auch vom Oberbürgermeister Moskaus durchaus erwünscht, vor allem in Bezug auf die Unterstützung in Sachen Energiesparen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Moskau (ddp/ red) - Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) "outete" nun am Donnerstag unter Scherzen mit dem Oberbürgermeister Moskaus Jurij Luschkow auch den Vize-Oberbürgermeister Rosljak, als ebenfalls begeisterten Freizeitsänger. In fast schon herzlicher Atmosphäre vereinbarten die Politiker anschließend eine weitere Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat und der russischen Hauptstadt. Im nächsten Jahr jährt sich die Kooperation zum 20. Mal.

Ein Drittel Unternehmen sind Bayern

Zeil hatte bereits bei der Eröffnung des bayerischen Wirtschaftstags am Vormittag das große Engagement bayerischer Unternehmen in Russland hervorgehoben. Von rund 4600 in dem Land vertretenen deutschen Unternehmen kommen dem Minister zufolge gut ein Drittel aus Bayern. Im Großraum Moskau liege der Anteil sogar bei knapp der Hälfte, betonte der stellvertretende Ministerpräsident. Insgesamt sei Russland mit einem Handelsvolumen von 7,98 Milliarden Euro im Jahr 2009 nach den USA und China der drittwichtigste Handelspartner Bayerns außerhalb der EU.

Unterstützung beim Energiesparen

Luschkow betonte, er sei gerne bereit, weiterhin "sehr intensiv mit Bayern zusammenzuarbeiten". Sogar von einem Zehn-Jahres-Plan für das kommende Jahr sei die Rede. Hilfe erhofft sich Moskau dabei unter anderem beim Energiesparen. Die russische Hauptstadt will Pilotprojekte wie sogenannte intelligente Häuser installieren, um Einsparungen bei Wasser, Wärme- und Stromverbrauch zu testen. Dabei sei Unterstützung von bayerischen Unternehmen herzlich willkommen, sagte Luschkow. Konkrete Gespräche mit Beteiligung von Firmen aus dem Freistaat gebe es bereits. Dabei schilderte Luschkow auch das fehlende Energiespar-Bewusstsein seiner Landsleute. Der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch von Wasser, Strom und Wärme in Russland deutlich höher als der in Deutschland. Hier müsse man ansetzen, um den Energieverbrauch zu reduzieren.