Unrentabel

Enervie will kompletten Kraftwerkspark stilllegen

Der westfälische Energieversorger Enervie hat bei der Bundesnetzagentur seinen kompletten konventionellen Kraftwerkspark zur Stilllegung angemeldet. Der Technische Vorstand des Unternehmens, Erik Höhne, sagte am Freitag, das Unternehmen sehe sich unter den derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht in der Lage, seine Kraftwerke weiter zu betreiben.

Strommast© Bernd Boscolo / pixelio.de

Hagen (dpa/red) - Es handelt sich um Steinkohle- und Gaskraftwerke sowie ein Pumpspeicherkraftwerk mit einer Gesamtleistung von 1300 Megawatt. Nach Unternehmensangaben sind sie unverzichtbar für die Versorgungssicherheit in Hagen und im Märkischen Kreis.

Hohe Verluste durch unrentable Kraftwerke

Das Unternehmen, das insgesamt rund 400.000 Kunden mit Strom, Gas, Wärme und Trinkwasser versorgt, verwies auf den durch den Erneuerbare-Energien-Boom ausgelösten Preisverfall an den Strombörsen. Das Unternehmen rechne deshalb bei den Kraftwerken mit Verlusten von über 30 Millionen Euro pro Jahr mit steigender Tendenz.

Netzagentur kann Stilllegung verhindern

Die Anmeldung der Kraftwerke zur Stilllegung bedeutet allerdings nicht, dass sie auch wirklich vom Netz gehen. Denn die Bundesnetzagentur kann Stilllegungen untersagen, wenn die Kraftwerke "systemrelevant" sind. Die Betreiber bekommen dann aber eine Entschädigung dafür, dass sie die Anlagen betriebsbereit halten.

Quelle: DPA