Widerstand

Enertrag stellt "fünf Lügen" der Windkraftgegner klar

Der Windparkprojektierer Enertrag ist überzeugt davon, dass die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes durch gezielte Fehlinformationen beeinflusst werden soll. Aus diesem Grund will das Unternehmen die "fünf großen Lügen" der Windkraftgegner aufklären, denn die erneuerbaren Energien seien wirtschaftlich und ökologisch überlegen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Die erneuerbaren Energien - allen voran die Windenergie - treffen mit ihrem Erfolg auf den erbitterten Widerstand der konventionellen Energiewirtschaft. Die plötzliche Härte und Gleichförmigkeit der medienverstärkten Angriffe deutet darauf hin, dass die Stromwirtschaft vor wichtigen Weichenstellungen steht. Dazu gehört auch die Erneuerung des Kraftwerksparks.

"Die erneuerbare Energie ist neuen konventionellen Kraftwerken wirtschaftlich und ökologisch überlegen. Nur sie nutzt unbegrenzte und kostenlose Energiequellen. Das wissen auch die Betreiber von Kohle- und Kernkraft", erklärt Jörg Müller, Vorstand des Windparkprojektierers Enertrag, die derzeitige Debatte. Durch gezielte Fehlinformationen solle die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes beeinflusst werden. Aus diesem Grund will das Unternehmen die "fünf großen Lügen" der Windkraftgegner aufklären.

Windkraft kann herkömmliche Energieformen nicht ersetzen

Mit einem Mix aus Wind- und Wasserkraft, Sonnen- und Bioenergie kann laut Enertrag der gesamte Energiebedarf gedeckt werden. Das Angebot dieser Energien sei hundertfach größer als der Energiebedarf. Die Grundlastsicherung für die wenigen wind- und sonnenlosen Stunden (knapp fünf Prozent des Jahres) sei mit Wasserkraft, Biomasse und Speicherkraftwerken machbar. Da Wind- und Solaranlagen häufig mehr Strom erzeugten, als zeitgleich verbraucht wird, lasse sich mit diesem Überschussstrom künftig unbegrenzt Wasserstoff für Verkehr und Industrie erzeugen. Diese leicht regelbare Wasserstoffproduktion gleiche das schwankende Energieangebot aus, so dass keine zusätzliche Regelenergie gebraucht würde.

Windkraft trägt nicht zur Senkung des Schadstoffausstoßes bei

Nur erneuerbare Energien arbeiten völlig ohne Schadstoffe. Jede einzelne 1,5-Megawatt-Windenergieanlage spare pro Jahr 9,3 Kilogramm Atommüll, 21 Tonnen Schwefeldioxid und 3342 Tonnen Kohlendioxid. Damit hätte Windenergie schon heute einen zehn-prozentigen Anteil an den Klimaschutzzielen der Bundesrepublik Deutschland. Die Behauptung, dass durch angeblich nötige Regelenergie der Schadstoffausstoß steigen würde, sei falsch. Bei richtigem Lastmanagement unter Einbindung zehntausender Sonnen- und Windkraftwerke und der künftig noch größeren Zahl biomassebetriebener Blockheizkraftwerke oder Brennstoffzellen würde keine Regelenergie aus fossil befeuerten Kraftwerken benötigt.

Windkraft ist unwirtschaftlich und teuer

Der konventionelle Strom stamme größtenteils aus längst abgeschriebenen Kraftwerken. Seine Erzeugung wird laut Enertrag jährlich mit mehreren Milliarden Euro staatlich subventioniert. 3,3 Milliarden Euro Steinkohlesubventionen pro Jahr, etliche Steuermilliarden für Braunkohlerekultivierung, staatliche Kernenergieforschung, Steuerfreiheit für Kraftwerkskohle und Kernbrennstoffe sowie 35 Milliarden Euro für Kernkraft-Entsorgungsrückstellungen. Nichts davon käme den Erzeugern Erneuerbarer Energien zu Gute, die keinerlei staatliche Subvention erhalten und die für jeden Quadratmeter Bodennutzung massive Ausgleichszahlungen leisten müssten. Solange dieses Ungleichgewicht besteht, würde sich jeder Preisvergleich von konventionellem und erneuerbarem Strom verbieten.

Windkraft wird subventioniert - sogar stärker als die Steinkohle

Kohle- und Kernenergie würden in unvorstellbarer Höhe direkt und indirekt durch Steuergeschenke subventioniert. Windkraft erhält laut Enertrag dafür keinerlei Subventionen. Das bestätige selbst Finanzminister Hans Eichel, der sagt: "Wind haben wir gar nicht im Haushalt". Es sei also vollkommen unmöglich, Subventionen für Windenergie abzubauen - es gibt sie gar nicht. Obwohl im Jahr 2002 sogar die EU-Kommission klar und eindeutig feststellte, dass die Vergütungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz keine Subvention darstellen und mit EU-Beihilferecht vereinbar sind, hält sich die Windkraft-Subventionslüge dank unverschämter Wiederholung durch Vertreter der Energiewirtschaft hartnäckig.

Windkraft schafft keine Arbeit

Die Windenergie sei mit derzeit 46.000 Beschäftigten zur Jobmaschine und zum zweitgrößten Stahlabnehmer in Deutschland geworden. Sie biete Menschen auch in strukturschwachen Gebieten neue Perspektiven und sei eine verlässliche Steuereinnahmequelle. Im gesamten Bereich der Erneuerbaren Energien seien bereits heute 130 000 Menschen beschäftigt - das sind mehr als in der Atomindustrie und stellt Stein- und Braunkohle längst in den Schatten. Technik und Know-how für erneuerbare Energien seien weltweit gefragt und die größte Chance für Deutschland, die wirtschaftliche Schwäche zu überwinden.