Steigende Ölpreise

Energiewirtschaft: "Zeit der billigen Energie ist vorbei"

Die Deutschen müssen sich nach Einschätzung der Energiewirtschaft langfristig auf hohe Öl- und Gaspreise einstellen. "Die Zeit der billigen Energie ist vorbei", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Michael Feist, "zumindest für die nächsten zehn Jahre".

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Karlsruhe (ddp/sm) - Feist verwies auf die große Rohstoff-Nachfrage. Der Vizepräsident der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches (DVGW), Klaus Homann, ergänzte: "Hohe Preise sind ein Knappheits-Indikator." Einen Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach im Jahr 2008 bei Gas Preiserhöhungen von bis zu 20 Prozent drohten, nannte Feist jedoch zu pauschal. Die Gaspreise folgten mit einem gewissen zeitlichen Abstand den Rohölpreisen. Deshalb bestehe "ein Preisdruck nach oben im Markt". Wie stark dieser Preisdruck sei und wie er sich im Einzelnen auswirke, sei aber jetzt noch nicht absehbar.

Eine Gefahr, dass Deutschland gegenüber Russland bei der Gasversorgung erpressbar werde, sieht Feist nicht. "Die Russen haben ihre vertraglichen Verpflichtungen immer eingehalten", betonte Feist. Sie hätten auch im "Kalten Krieg" geliefert. "Die Russen sind sehr zuverlässige Partner mit hoher Vertragstreue", sagte er. Angesichts des Gewichts des russischen Gazprom-Konzerns sei es aber wichtig, dass es in Deutschland starke Partner gebe. Dies sei nötig, "um ernst genommen zu werden", sagte der BDEW-Chef. "Eine Schwächung deutscher Energiekonzerne wäre daher kontraproduktiv", betonte Feist, der auch Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Hannover AG ist.

Feist äußerte sich bei einer Pressekonferenz anlässlich der Gasfachlichen Aussprachetagung, dem größten Kongress für Fachkräfte der Erdgas-Wirtschaft in Deutschland, zu dem 2500 Teilnehmer in Karlsruhe erwartet werden.