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Energiewende befeuert angeblich die Lebensmittelpreise

Die Energiewende wird nach Einschätzung des deutschen Einzelhandels für weiter steigende Lebensmittelpreise sorgen. Durch die Umlage für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) werde dem Handel Mehrkosten auferlegt, die stetig steigen, hieß es. Die müsse man dann an die Verbraucher weiterreichen.

Energiewende© asrawolf / Fotolia.com

Düsseldorf (AFP/red) - Das sagte der Präsident des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser, der "Welt" (Dienstagsausgabe). "Letztlich gibt der Handel diese durch die Energiewende gestiegenen Kosten durch Preissteigerungen an die Verbraucher weiter."

Schon jetzt zahle der Einzelhandel im Jahr 1,7 Milliarden Euro an EEG-Umlage, sagte der HDE-Präsident der Zeitung. Das bedeute für einen durchschnittlichen Supermarkt 18.000 Euro im Jahr. Komme 2013 die bereits beschlossene Erhöhung der EEG-Umlage, steige die Summe für die Branche auf 2,5 Milliarden Euro - oder 27.000 Euro für den Supermarkt. Durch die jüngst beschlossene Offshore-Umlage kämen weitere 100 Millionen Euro pro Jahr dazu.

Die Verbraucher zahlten so doppelt

Die Verbraucher aber hätten auf ihre private Stromrechnung bereits die EEG-Umlage bezahlt. "Das ist politisch zutiefst ungerecht", sagte Sanktjohanser der "Welt". Der Anstieg der EEG-Abgaben müsse "endlich zuverlässig gedeckelt werden", forderte er. Es könne nicht sein, dass Politiker alle paar Monate eine Steigerung beschlössen.

Sanktjohanser appellierte an seine Branche, sich für die freiwillige Einführung eines tariflichen Mindestlohns starkzumachen - bevor die Politik möglicherweise einen gesetzlichen Mindestlohn einführt. Diese Aussicht "erfüllt mich tatsächlich mit Sorge. Ein freiwilliger, tariflicher Mindestlohn wäre eindeutig die bessere Lösung", sagte der HDE-Präsident der "Welt". Bei einer freiwilligen Regelung könne regionale Differenzierungen einbauen, die es bei einer gesetzlichen Lösung mutmaßlich nicht gäbe.

Quelle: AFP