Energieversorgung am Standort Tarragona gesichert: BASF Espanola und RWE Energie / Iberdrola unterschreiben Lieferverträge

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Die BASF Espanola S.A. unterschreibt heute gemeinsam mit einem Konsortium aus RWE Energie und Iberdrola in Tarragona/Spanien einen umfassenden Liefervertrag zur Energieversorgung ihres Produktionsstandorts in Tarragona. Das Konsortium zwischen dem größten deutschen und dem zweitgrößten spanischen Energieunternehmen wird die BASF und ihre in Tarragona angesiedelten Beteiligungsgesellschaften mit bis zu 120 Megawatt Strom und bis zu 300 Tonnen Prozessdampf pro Stunde versorgen. Zudem übernimmt das Konsortium die Erdgasbelieferung des Werks sowie die Restgasverwertung. Neben Kesseln und elektrischen Schaltanlagen wird hierzu auf dem BASF-Gelände ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) mit einer Gesamtleistung von 400 Megawatt errichtet. Die Gesamtinvestition für das Projekt, das im Jahr 2002 abgeschlossen werden soll, liegt bei rund 220 Millionen Euro. 30 Mitarbeiter werden die neue Anlage betreiben.


Der BASF Standort profitiert von der Integration des schadstoffarmen GuD-Kraftwerks in die Produktionsprozesse am Standort. Beispielsweise wird durch die hohe Dampfauskopplung für BASF der ökologisch wie ökonomisch sinnvolle Kraft-Wärmekopplungsprozess genutzt. Es wird ein Energienutzungsgrad von über 70 Prozent erreicht im Vergleich zu etwa 50 Prozent bei reiner Stromerzeugung. Darüber hinaus wird Restgas aus der Propandehydrierung in Energie umgesetzt. Bei der Propandehydrierung wird Propan in Proplyen umgewandelt. Eine entsprechende Anlage nimmt die BASF zusammen mit ihrem algerischen Partner Sonatrach bis Anfang 2002 in Betrieb. Das Proplyen wird in einer neuen Anlage der Targor, die zeitgleich mit der Propan-Dehydrierung und dem GuD-Kraftwerk die Produktion aufnehmen wird, zu dem Kunststoff Polypropylen weiterverarbeitet. Durch die Propandehydrierung und die Polypropylen-Anlage wird sich der Dampfbedarf des Werks Tarragona verfünffachen, der Strombedarf mehr als verdoppeln. Die BASF wird aber nicht den gesamten Strom aus dem GuD-Kraftwerk verbrauchen. Der Überschussstrom wird vom Konsortium vermarktet. "Der Bau des GuD-Kraftwerks an unserem Standort in Tarragona sichert uns eine umweltfreundliche und wirtschaftliche Energieversorgung. Zudem ermöglicht dieses Projekt allen beteiligten Partnern die Ausnutzung wesentlicher Synergieeffekte und einen effizienten Einsatz der erzeugten Energie. Für uns bedeutet die Zusammenarbeit mit RWE Energie/Iberdrola eine wesentliche Optimierung unserer Verbundproduktion. Damit eröffnet der Bau des GuD-Kraftwerks für den Standort Tarragona zusätzliche Perspektiven", so José Maria Bach, Leiter der BASF Española S.A. und des BASF-Länderbereichs Südeuropa. "Für RWE Energie bedeutet dieses Projekt den Markteintritt in Spanien, einem für uns wichtigen Zielmarkt in Europa. Wir werden BASF in Spanien wie auch in Deutschland und Belgien als zuverlässiger Partner für Energie- und Infrastrukturleistungen zur Verfügung stehen", kommentiert Manfred Remmel, Vorstandsvorsitzender der RWE Energie, die Vertragsunterzeichnung in Tarragona.