neue EU-Energiegesetze

Energieversorger künftig in drei Wochen wechseln

Der Wechsel des Energieversorgers ab Herbst kommenden Jahres leichter werden. Dies sieht eine neue EU-Energiegesetzgebung vor, die das Europaparlament am Mittwoch unter Dach und Fach gebracht hat. Demnach soll ein Wechsel des Gas- oder Stromversorgers künftig gebührenfrei binnen drei Wochen möglich sein.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Straßburg (afp/red) - Zudem müssen die Kunden innerhalb von sechs Wochen eine Endabrechnung erhalten. Bei ungenauen Abrechnungen haben sie zudem Anspruch auf Entschädigung. Die EU-Staaten müssen diese Regelungen binnen 18 Monaten in nationales Recht umsetzen.

Nach Angaben des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) dauert ein Anbieterwechsel in Deutschland derzeit durchschnittlich sechs Wochen. Manchmal müssten Kunden sogar noch länger warten. Die neue Wechsel-Frist sei eine deutliche Verbesserung für die Verbraucher.

Die EU-Mitgliedstaaten werden zudem verpflichtet, Anlaufstellen - etwa Ombudsmänner - einzurichten, an die sich Kunden bei Konflikten mit ihren Energieanbietern wenden können. Die Energiekonzerne sollen zu präziseren und transparenteren Abrechnungen verpflichtet werden.

Haushalte mit intelligenten Zählern ausstatten

Die Neuregelung sieht außerdem "intelligente Zähler" vor, die je nach Tageszeit unterschiedliche Tarife berechnen. Bis 2020 könnten einer wirtschaftlichen Berechnung zufolge 80 Prozent der Haushalte mit solchen Zählern ausgestattet sein. In Deutschland gibt es bisher neben ersten Pilotversuchen auch erste Anbieter für intelligente Stromzähler. In einigen europäischen Ländern werden solche Zähler dagegen flächendeckend eingesetzt.

In der lange umstrittenen Frage nach einer Entflechtung von Energieerzeugern und Betreibern von Energienetzen lassen die neuen EU-Vorschriften den 27 Mitgliedsländern die Wahl: Entweder sie schreiben die völlige Trennung vor, oder sie erlauben den Erzeugern, ihre Netze zu behalten. Dann müssen sich diese aber an strenge Regeln halten. Sie sollen verhindern, dass Energieerzeuger ihrer Konkurrenz den Zugang zu den Netzen künstlich erschweren und so den freien Wettbewerb behindern. Für diesen Kompromiss hatte sich vor allem Deutschland stark gemacht, um eine Zerschlageung seiner großen Energiekonzerne zu verhindern.