Große Spendenbereitschaft

Energieversorger engagieren sich für Hochwasseropfer

Hilfe wird in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten nach wie vor dringend benötigt. Verschiedene Energieunternehmen haben jetzt Geld und technische Hilfe angekündigt, unter ihnen HEW, E.ON und LichtBlick. Alle Unternehmen wollen sich dafür einsetzen, dass den Menschen, die ihr Hab und Gut verloren haben, möglichst rasch und unbürokratisch geholfen werden kann.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Nachdem die Berliner Stromversorger Bewag und ares und der Verband kommunaler Unternehmen schon zu Beginn der Woche Hilfe für die Opfer der sogenannten "Jahrhundertflut" angeboten haben, wollen sich jetzt auch HEW, E.ON, EAM, Ovag, Avacon und LichtBlick dafür einsetzen, dass den Menschen in den betroffenen Gebieten möglichst schnell und unbürokratisch geholfen werden kann.

Die Hamburger Electricitäts-Werke (HEW) haben beispielsweise einen Spendenaufruf im Unternehmen koordiniert und technische Hilfe nach Dresden geschickt. Zwei Trupps des Bereichs Mittelspannung überprüfen und reparieren Stromverteilerstationen. Außerdem ist ein Hilfstrupp der HEW Fernwärme mit acht Spezialisten unterwegs, um das Netz wieder in Stand zu setzen. Darüber hinaus hat der designierte Vorstand von Vattenfall Europe beschlossen, 250 000 Euro zur Beseitigung der Schäden an sozialen Einrichtungen und Kulturstätten zur Verfügung zu stellen.

Auch die Avacon hat sich zu einem großen Hilfspaket für Flutopfer entschlossen. Eine Million Euro werden im Rahmen des Programms "Wärmeservice" bereitgestellt, um Avacon-Kunden zu helfen, deren Heizungsanlagen durch die aktuelle Flutkatastrophe rund um die Elbe und ihre Zuflüsse zerstört wurden. Avacon plant dabei, zusammen mit dem örtlichen Installationshandwerk kurzfristig neue Heizungsanlagen zu installieren, ohne dass die Flutgeschädigten selbst investieren müssen.

Mit insgesamt 150 000 Euro hilft die Energie-Aktiengesellschaft Mitteldeutschland (EAM) der betroffenen sächsischen Stadt Grimma. Wie der Vorstandsvorsitzende der EAM Udo Cahn von Seelen erklärte, kommen 100 000 Euro der Gesamtsumme von der EAM. Um weitere 50 000 Euro habe die E.ON Energie AG den Betrag erhöht. Das Münchener Unternehmen ist der Hauptaktionär der EAM. Das Geld soll gezielt in der Stadt Grimma zur Verfügung gestellt werden, weil dort ein früheres Tochterunternehmen der EAM seinen Sitz habe. Weiterhin steht die EAM in engem Kontakt zu den Hilfsorganisationen in der Krisenregion sowie zu den Partner-Energieversorgungsunternehmen vor Ort und hält auf Abruf auch Elektro-Fachpersonal und Notstromaggregate für den Einsatz in den überfluteten Gebieten bereit.

Die Unternehmen des E.ON-Konzerns stellen insgesamt etwa vier Millionen Euro für die Opfer der Flutkatastrophe zur Verfügung. Im Mittelpunkt steht dabei die direkte Hilfe vor Ort in den betroffenen Gebieten. Die dortigen Tochter- und Beteiligungsgesellschaften der E.ON Energie AG werden insgesamt zwei Millionen Euro in Form von Sach- und Geldleistungen bereitstellen. Die E.ON AG (Düsseldorf) erhöht diesen Betrag um eine weitere Million Euro. Darüber hinaus engagieren sich auch die Konzerngesellschaften Degussa, Stinnes und Viterra mit zusammen fast einer Million Euro.

"Die Experten mögen streiten, zu welchen Anteilen Flußbegradigung und Klimaveränderung für die verheerenden Schäden an Elbe und ihren Nebenflüssen ursächlich sind. Wir wollen ungeachtet dieses Expertenstreites jetzt helfen. Deshalb werden wir für jeden über Internet eingegangenen Vertrag 30 Euro an die Hilfesuchenden spenden", erklärt währenddessen Heiko von Tschischwitz, Geschäftsführer von LichtBlick. "Unser Engagement ist ein kleiner Beitrag zur Milderung der Leiden und für manchen sicher ein Anreiz, jetzt auf den umweltfreundlichen Strombezug zu setzen." Darüber hinaus wird LichtBlick jedem hochwassergeschädigten Kunden ein Guthaben in Höhe von 1000 Kilowattstunden gewähren.