Umfrage

Energieversorger befürchten Einnahmeausfall durch Netzregulierung

Eine Umfrage des auf die Energiewirtschaft spezialisierten Beratungsunternehmens kalny weilharter & partner ergab, dass deutsche Energieversorger durch die Netzregulierung einen Einnahmeausfall in Höhe von 1,4 Milliarden Euro befürchten. Deshalb sei "Operational Excellence" so wichtig wie nie zuvor.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

München/Wien (red) - Die aktuelle Strompreisdiskussion scheint in der Sache berechtigt. Denn selbst die deutsche Energiewirtschaft erachtet laut einer soeben von der Unternehmensberatung kalny weilharter & partner bei 120 Energieversorgern durchgeführten Umfrage Kostensenkungen in den Stromnetzen von 800 Millionen Euro für realistisch.

Allerdings erwarteten die deutschen Energieversorger gleichzeitig eine Reduzierung der Durchleitungsentgelte durch den Regulator in einer Größenordnung von 1,4 Milliarden Euro. Dies bedeute, dass in Zukunft 600 Millionen Euro in den Bilanzen fehlen könnten, stellt Gerald Kalny, Partner des auf die Energiewirtschaft spezialisierten Beratungsunternehmens zur aktuellen Diskussion um Energiepreiserhöhungen in Deutschland fest. Laut Kalny könnten größere Energieversorger den zu erwartenden Margendruck überwiegend durch steigende Großhandelspreise und konzernweite Kostensenkungsprogramme kompensieren.

Kleinere und mittlere Energieversorgern wären von dieser Entwicklung jedoch doppelt getroffen: Zum einen durch steigende Stromrechnungen der großen Energiekonzerne als Vorlieferanten, zum anderen sei gerade bei Versorgern im kommunalen Eigentum das tatsächliche Kostensenkungspotenzial aufgrund der spezifischen Randbedingungen deutlich geringer. Aber nicht nur das: Deutlich geringere Ausschüttungen, interne Unfinanzierbarkeit des öffentlichen Nahverkehrs bis hin zu sinkenden Konzessionsabgaben würden vor allem Kommunen als Mehrheitseigentümer von Stadtwerken große Probleme bereiten.

Daher sei "Operational Excellence" so wichtig wie nie zuvor. Die Verbesserung der gesamten anlagenbasierten Prozesskette vom Einkauf über die Erzeugung bis hin zur Verteilung, könnten eine Lösung darstellen. Bisherige Strukturen würden grundsätzlich in Frage gestellt und unter Hochdruck schlankere Strukturen, optimale Prozesse und eindeutige Verantwortlichkeiten in den Unternehmen geschaffen.

"Unsere Umfrage zeigt klar, welchen hohen Stellenwert das Thema im Hinblick auf strategisches Kostenmanagement in der Einschätzung des Top-Managements der Energiewirtschaft erreicht hat", erläutert Kalny. "Angesichts der zukünftig geänderten Spielregeln im liberalisierten Energiemarkt erhält die nachhaltige Verbesserung der Kostenstrukturen einen bisher nicht gekannten strategischen Stellenwert."