Günstige Einkaufspreise

Energieverbraucher: Ruhrgas muss Preise senken

Der Bund der Energieverbraucher kritisiert die Ankündigung des Gasversorgers Ruhrgas, im Oktober die Preise zu erhöhen. Die Verbraucherschützer sind überzeugt davon, dass Ruhrgas seine Preisvorteile an die Kunden weiterleiten müsste. Mit dem Vorwurf des Monopolmissbrauchs wurde jetzt das Kartellamt eingeschaltet.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Rheinbreitenbach (Bund der Energieverbraucher/sm) - Der Essener Gasversorger Ruhrgas bilanzierte zu Beginn dieser Woche den höchsten Absatz ihrer Geschichte und einen erneuten Anstieg des Gewinns. Dennoch sollen die Gaspreise zum 1. Oktober um sieben bis acht Prozent erhöht werden. Da Ruhrgas etwa 60 Prozent des deutschen Marktes mit Erdgas versorgt, werden sich diese Preiserhöhungen auch auf die Gaspreise der Haushalte auswirken, befürchtet zumindest der Bund der Energieverbraucher in Rheinbreitbach.

Gleichzeitig wirft die Vereinigung dem Gasversorger einen "Missbrauch der Monopolstellung" vor. Denn die Importpreise für Erdgas seien gegenüber dem Vorjahr um zwölf Prozent gesunken und auch auf den Spotmärkten in Europa kaufe Ruhrgas weit unterhalb der Jahresdurchschnittspreise ein. Ein signifikanter Anstieg der Beschaffungspreise wird von den großen Marktteilnehmern auf den Ölmärkten derzeit und auch für die kommenden Monate nicht erwartet.

Der Bund der Energieverbraucher ermahnt Ruhrgas daher, die günstigeren Einkaufskonditionen zügig an die Verbraucher weiterzugeben, was angesichts der guten Gewinnsituation möglich sein sollte. Die Verbraucherschützer haben auch das Bundeskartellamt und den Leiter der künftigen Gas-Regulierungsbehörde Matthias Kurth unterrichtet.