Blackout

Energieverbraucher: Deutsche Stromnetze sind überbezahlt

Der Ruf nach noch höheren Strompreisen für noch bessere und sichere Technik entbehrt laut Bund der Energieverbraucher (BDE) jeglicher Grundlage. Die anstehende Senkung der in Deutschland weit überhöhten Netznutzungsentgelte gefährde die Versorgungssicherheit in keiner Weise, wie das Beispiel der übrigen EU-Länder zeige.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Wie sicher ist Deutschlands Stromversorgung? Nach den sommerlichen Kraftwerksausfällen, der Androhung von Stromabschaltungen, dem massiven Blackout in den USA und dem notwendigen Kraftwerksneubau in Deutschland stellen sich nicht nur besorgte Verbraucher diese Frage. Jetzt hat sich auch der Bund der Energieverbraucher (BDE) dazu geäußert: "Der Blackout zeigt uns unsere Grenzen. Zwar sind keine akuten Stromengpässe in Deutschland zu befürchten. Wir müssen dennoch erkennen, dass nur Investitionen in Energieeinsparung, dezentrale Stromerzeugung und erneuerbare Energien die Zukunft sichern können. Deutschlands Stromnetz ist überdimensioniert und überfinanziert", erläuterte Vereinsvorsitzender Dr. Aribert Peters.

Gleichzeitig beruhigt er: "Der höchste Stromverbrauch liegt in Deutschland an kalten dunklen Wintertagen vor Weihnachten. Selbst am Wintertag mit der höchsten Stromnachfrage (17.12.2001) wurden 83 Gigawatt nachgefragt. Die Kraftwerksleistung lag mit 105 Gigawatt um beruhigende 20 Prozent darüber. Ein akuter Erzeugungsengpass ist selbst an kältesten Wintertagen und erst recht nicht im Sommer zu befürchten." Die Strompreise für Verbraucher betragen laut BDE in Deutschland zehn Cent je Kilowattstunde ohne Steuern und Abgaben, in den USA dagegen nur sechs Cent. Mit diesen höheren Preisen, jährlich sieben bis zehn Milliarden Euro, sei in Deutschland in eine bessere Technik investiert worden. Der Ruf nach noch höheren Strompreisen für noch bessere und sicherere Technik entbehre daher jeder Grundlage.

Für die Stromnetze zahle jeder deutsche Haushaltskunde sieben Cent je Kilowattstunde im Schnitt, ohne Steuern und Abgaben. In den USA schlagen die Netze nur mit zwei Cent zu Buche. Würde in Deutschland für die Netznutzung nur zwei Cent berechnet, dann könnten jährlich sieben Milliarden Euro weniger in die Netze investiert werden. Wäre die Netznutzung in den USA so teuer wie in Deutschland, so könnte man dort jährlich 70 Milliarden Dollar mehr in die Stromnetze investieren. Im Schnitt aller EU-Länder liegen die Netznutzungsentgelte um fast vier Cent unter dem deutschen Niveau, ohne dass in der übrigen EU die Versorgungssicherheit wesentlich höher ist. "Die anstehende Senkung der in Deutschland weit überhöhten Netznutzungsentgelte gefährdet die Versorgungssicherheit in keiner Weise, wie das Beispiel der übrigen EU-Länder zeigt. Die deutschen Haushaltskunden haben jahrzehntelang durch ihre hohen Strompreise ein sehr gutes und sicheres Netz finanziert. Nun dürfen sie auch die entsprechende Sicherheit genießen", macht Peters deutlich.

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