Energiebilanz

Energieverbrauch sank 2011 dank milder Temperaturen

Die privaten Haushalte in Deutschland sichern ihre Energieversorgung durch einen breiten Energiemix und nutzen verstärkt erneuerbare Energien. Insgesamt gesehen ist der Energieverbrauch in Deutschland 2011 gesunken. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Bilanz zur Energieanwendung in Deutschland der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB).

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Köln (red) - Im vergangenen Jahr ist der Energieverbrauch in Deutschland deutlich zurückgegangen. Nach vorläufigen Berechnungen der AGEB beträgt der Rückgang voraussichtlich knapp fünf Prozent. Den größten Einfluss auf die Verbrauchsentwicklung hatte 2011 die milde Witterung, die den Bedarf an Wärmeenergie deutlich reduzierte. Daneben sorgten die hohen Energiepreise für ein Nachfragetief. Bereinigt um Temperatureffekte wäre der Energieverbrauch 2011 allerdings nur um ein Prozent gesunken.

Witterung und Preisauftrieb reduzierten die Nachfrage

Gegenüber 2010 verminderte sich der Mineralölverbrauch um drei Prozent auf 33 Prozent. Zuwächse ergaben sich ausschließlich beim Diesel, dessen Absatz konjunkturbedingt um zwei Prozent anstieg.

Aufgrund der milden Witterung sowie dem kräftigen Preisauftrieb, wurden nur geringe Mengen an Heizöl und Erdgas nachgefragt: Der Absatz an leichtem Heizöl lag um 15 Prozent unter dem des Vorjahres; beim schweren Heizöl gab es ein Minus von drei Prozent. Der Erdgasverbrauch blieb mit knapp 30 Prozent um gut zehn Prozent hinter dem Wert des Vorjahres zurück.

Erneuerbare Energien legten zu

Während die Kernenergie ihren Beitrag zur Energiebilanz infolge des Ausstiegsbeschlusses im Jahresverlauf um knapp 23 Prozent verminderte, legten die erneuerbaren Energien insgesamt um 4,1 Prozent zu. Damit steigerten sie ihren Anteil am Energieaufkommen auf knapp elf Prozent.

Besonders stark stiegen die Beiträge der Windkraft (plus 22 Prozent) und der Fotovoltaik (plus 67 Prozent); die Nutzung von Biogas stieg um 21 Prozent. Demgegenüber sanken die Beiträge der Wasserkraft (ohne Pumpspeicher) um neun Prozent und der der Biokraftstoffe um acht Prozent. Die Fotovoltaik leistete damit 2011 mengenmäßig erstmals einen größeren Beitrag zur Energiebilanz als die Wasserkraft.

Der Stromaustauschsaldo mit den europäischen Nachbarländern wies Ende 2011 einen leichten Ausfuhrüberschuss in Höhe von fünf Terawattstunden (TWh) auf.