Statistik

Energieverbrauch ist in zehn Jahren um 3,5 Prozent gestiegen

Der Energieverbrauch in Deutschland hat in den vergangenen zehn Jahren um 3,5 Prozent angezogen. Ursache sind immer mehr Elektrogeräte und größere Wohnflächen. Das Umweltbundesamt ruft die Verbraucher auf, noch mehr Strom zu sparen als bisher.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Zwischen 1995 und 2000 ist der Energieverbrauch der Privathaushalte um circa elf Prozent gestiegen. Dies ergab eine Untersuchung des Statistischen Bundesamts in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt. Die Abnahme des Energieverbrauchs seit dem Jahr 2000 um rund sieben Prozent konnte den Anstieg nicht aufwiegen. Zwar gab es viele technische Verbesserungen bei Wärmedämmung, Heizungstechnik und Haushaltsgeräten. Doch die erreichten Einspareffekte werden durch eine zunehmende Wohnfläche und die wachsende Ausstattung mit Elektrogeräten geschluckt.

 

Besonders der Energiebedarf für Kochen, Elektrogeräte und Beleuchtung ist enorm gestiegen: um 17,3 Prozent. Ein Blick auf die Neuanschaffungen deutscher Haushalte macht diesen Wert nachvollziehbar. Viele Menschen haben in den letzten Jahren Personalcomputer, Wäschetrockner, Geschirrspülmaschinen, Mikrowellengeräte und Videorecorder angeschafft.

 

Mehrverbrauch durch Singlehaushalte

Der gestiegene Energieverbrauch ist außerdem auf die wachsende Zahl von Ein- und Zweipersonenhaushalte zurückzuführen. Zwar konnten verbesserte Wärmedämmung, Heizungstechnik und verändertes Heizverhalten den Verbrauch von Heizenergie pro Wohnquadratmeter reduzieren. Doch die Einsparerfolge wurden durch die erhöhte genutzte Wohnfläche übertroffen. Der Energieverbrauch pro Haushaltsmitglied ist in einem Single-Haushalt nahezu doppelt so hoch wie in einem Drei- und Mehr-Personen-Haushalt.

 

Was kann jedermann tun?

  • Leerlaufverluste vermeiden: Standby-Betrieb von Fernsehern, Stereoanlagen, Bildschirmen oder externen Internet-Modems führt zu hohen Leerlaufverlusten. Betrachtet man nur die Privathaushalte, betragen die Leerlaufverluste 17 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr. Das entspricht Stromkosten von 3,3 Milliarden Euro.   Der Standby-Betrieb eines Gerätes ist an einem leuchtendem Lämpchen oder an der Digitalanzeige zu erkennen. Das Ziehen des Steckers oder eine schaltbare Steckdosenleiste kann unnötigen Stromverbrauch verhindern.
  • Vor der Urlaubsreise den Stecker ziehen: Wenn niemand zu Hause ist, muss kein Strom verbraucht werden. Unterhaltungselektronik, Akku- und Handyladegeräte sowie Netzteile von Tisch- oder Stehleuchten mit Halogenlampen können vom Stromnetz getrennt werden. Bei längeren Reisen lohnt es sich, Kühl- und Gefriergeräte zu leeren, abzutauen und abzuschalten.
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  • Sparsame Geräte nutzen: Durch den Einsatz sparsamer Geräte ließe sich der Energiebedarf der deutschen Privathaushalte deutlich senken. Dies betrifft vor allem die so genannte Weiße Ware, also Waschmaschinen und Wäschetrockner, Geschirrspüler, Kühl- und Gefrierschränke. Ein Vier-Personen-Haushalt kann dadurch rund 60 Euro im Jahr einsparen. Insbesondere bei Kühl- und Gefrierschränken, die älter als zehn Jahre sind, lohnt es sich, über einen Neukauf nachzudenken. Das EU-Label erleichtert die Auswahl: A steht für sparsame Geräte, G für "Energieschleudern". Besonders sparsame Geräte haben die Klasse A+ oder A++. Ein mit "A++" gekennzeichnetes Produkt verbraucht 45 Prozent weniger Strom als ein Kühlschrank, der die Energieklasse "A" erhält. Informationen kann man bei der von der Bundesregierung geförderten Initiative "Energieeffizienz" bekommen.
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  • Energiesparlampen benutzen: Wenn Verbraucher ihre Glühbirnen gegen Energiesparlampen tauschen, verbrauchen sie 80 Prozent weniger Strom. Ein Vier-Personen-Haushalt kann so 74 Euro im Jahr einsparen. Vorsicht bei Deckenflutern: Sie schaffen zwar eine behagliche Atmosphäre, können aber, wenn mit Halogenlampen betrieben, schnell zur Kostenfalle werden. Die Initiative "Energieffizienz" rät zum Kauf von Deckenflutern mit herkömmlichen Glühlampen, die dann durch Energiesparlampen ersetzt werden können.