Kälte + Konjunktur

Energieverbrauch ist deutlich angestiegen

Die anziehende Konjunktur und das kalte Winterwetter haben 2010 zu einem erhöhten Energieverbrauch in Deutschland geführt. Der Primärenergieverbrauch stieg um 4,6 Prozent auf 479,6 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (SKE), wie die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Der Verbrauch sei aber noch gut ein Prozent unterhalb des Niveaus vor dem konjunkturellen Einbruch im Jahre 2008 geblieben. Diese Zahlen bestätigen die Schätzungen aus den vergangenen Wochen.

Die Produktion in nahezu allen Wirtschaftszweigen des produzierenden Gewerbes habe 2010 wieder kräftig zugelegt, teilte die Arbeitsgemeinschaft weiter mit. Damit sei auch der Energieverbrauch gestiegen. Ein weiterer Faktor seien die Temperaturen gewesen. Gemessen an den sogenannten Gradtagzahlen, die sich aus der Raumtemperatur und der Außentemperatur an Heiztagen ergeben, sei es in Deutschland im Jahr 2010 um rund 17 Prozent kälter als im Jahr zuvor gewesen.

Unter den Energieträgern stieg den Angaben zufolge der Verbrauch von Steinkohle mit mehr als 15 Prozent auf 57,8 Millionen Tonnen SKE am deutlichsten. Der Verbrauch an Mineralöl erhöhte den Angaben nach um gut ein Prozent auf 161,3 Millionen Tonnen SKE. Der Erdgasverbrauch stieg um 4,2 Prozent auf 104,5 Millionen Tonnen. Die erneuerbaren Energien trugen mit 45,0 Millionen Tonnen SKE zur Energiebilanz bei. Das war etwa ein Zehntel mehr als im Vorjahr.

Der höhere Energieverbrauch habe zudem zu einem Anstieg des energiebedingten Kohlendioxid-Ausstoßes geführt. Die Zunahme betrage schätzungsweise etwa vier Prozent.