Prognose

Energieverbrauch in Deutschland steigt leicht

Der Energieverbrauch in Deutschland wird sich laut den Vorberechnungen der AG Energiebilanzen im Jahr 2013 insgesamt steigern. Verglichen mit dem Vorjahr ist mit einem erhöhten Verbrauch an Steinkohle, Mineralöl und erneuerbaren Energien zu rechnen. Mit mehr als zehn Prozent Zunahme schlägt besonders der Erdgasverbrauch zu Buche.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Köln (red) - Der Energieverbrauch in Deutschland wird in diesem Jahr voraussichtlich um mehr als zwei Prozent ansteigen. Die von der AG Energiebilanzen auf Basis des Verbrauchs der ersten neun Monate erstellte Jahresprognose geht davon aus, dass der Energieverbrauch eine Gesamthöhe von etwa 14.000 Petajoule (PJ) beziehungsweise rund 479 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE) erreichen wird.

Anstieg an Primärenergien

In den ersten neun Monaten lag der Verbrauch an Primärenergien den Berechnungen nach bei 10.382 PJ oder 354,3 Mio. t SKE. Das entspricht einem Zuwachs von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Wichtigste Ursache für den Verbrauchsanstieg war der erhöhte Bedarf von Wärmenergien im Zuge des langen Winters und des kühlen Frühlings. Von der wirtschaftlichen Entwicklung gingen dagegen kaum Impulse auf den Energieverbrauch aus.

Erdgasverbrauch schießt nach oben

Der Mineralölverbrauch verzeichnete erstmals seit 2008 wieder eine Zunahme und erhöhte sich um gut zwei Prozent. Bei einer insgesamt stabilen Nachfrage nach Kraftstoffen war insbesondere der höhere Absatz an leichtem Heizöl für die Gesamtentwicklung verantwortlich. Infolge der anhaltend kalten Witterung wurde vor allem in der ersten Jahreshälfte deutlich mehr Erdgas zur Wärmerzeugung eingesetzt. Insgesamt stieg der Erdgasverbrauch um rund elf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Einsatz von Braunkohle effizienter

Der Verbrauch von Steinkohle lag im Vergleich um drei Prozent höher. Während der Einsatz in Kraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung um acht Prozent zunahm, sorgte die verhaltende Konjunkturentwicklung für einen Rückgang der Lieferungen an die Eisen- und Stahlindustrie. Der Verbrauch an Braunkohle verminderte sich vergleichsweise um ein Prozent. Laut Studie führte die Inbetriebnahme neuer Kraftwerke und die Abschaltung von Altanlagen zu einer messbaren Verbesserung der Effizienz in der Braunkohlenstromerzeugung. Die Kernenergie verminderte ihren Beitrag zur Energiebilanz leicht um drei Prozent.

Mehr Sonne, Wind und Wasser

Die erneuerbaren Energien legten insgesamt um sechs Prozent zu. Bei der Wasserkraft (ohne Pumpspeicher) gab es in den ersten neun Monaten einen Zuwachs um rund sechs Prozent. Die Windkraft verzeichnete dagegen ein Minus in der gleichen Größenordnung. Der Beitrag der Photovoltaik lag um fünf Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums.