Erstes Halbjahr

Energieverbrauch in Deutschland stark gesunken (Upd.)

Der Energieverbrauch in Deutschland ist in der ersten Jahreshälfte 2009 deutlich zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden sechs Prozent weniger Strom verbraucht, der Gasverbrauch ging sogar um elf Prozent zurück. Grund sei vor allem die geringere Industrienachfrage aufgrund der Wirtschaftskrise.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Köln (ddp.djn/red) - Wie der Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW) mitteilte, wurden mit 262 Milliarden Kilowattstunden rund sechs Prozent weniger Strom nachgefragt als im Vorjahreszeitraum. Der Gasabsatz sank im selben Zeitraum sogar um rund elf Prozent auf 469 Milliarden Kilowattstunden.

Stärkster Rückgang seit Wiedervereinigugn

Mit zusammengenommen acht Prozent sei das der stärkste Verbrauchsrückgang der Strom- und Gaswirtschaft seit der Wiedervereinigung. Lediglich der Verbrauch von Mineralöl stieg von Januar bis Juni um rund ein Prozent an, informiert die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB). Dies resultiere insbesondere aus der deutlich gestiegenen Heizölnachfrage.

Wirtschaftskrise lässt Energieverbrauch sinken

Wichtigster Grund für den Rückgang des Strom- und Gasverbrauchs ist laut BDEW eine geschrumpfte Industrieproduktion infolge der weltweiten Wirtschaftskrise. Am deutlichsten sank die Energienachfrage den Angaben zufolge im April. In diesem Monat wurden etwa 25 Prozent weniger Gas und knapp 14 Prozent weniger Strom im Vergleich zum Vorjahresmonat an alle Kundengruppen abgesetzt. Dieses starke Minus sei durch eine vergleichsweise warme Witterung und die Ostertage beeinflusst worden, teilte der BDEW mit. Die kühle Witterung zu Beginn des Jahres habe dagegen den Absatz gesteigert.

Weniger Strom aus Atomkraft und Kohle

Laut AGEB hatten sowohl die Eisen- und Stahlindustrie, als auch die Kraftwerke ihren Steinkohlebedarf reduziert: Dieser sei um rund 22 Prozent zurückgegangen. Der Braunkohlenverbrauch verblieb mit einem leichten Minus von 0,7 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau. Die Stromerzeugung aus Kernkraftwerken verminderte sich um über 8 Prozent.

Stromerzeugung aus erneuerbaren nahezu konstant

Die Stromerzeugung aus Windkraftwerken sei witterungsbedingt um 17 Prozent gesunken. Die Wasserkraft habe ihren Beitrag um rund 9 Prozent verringert. Diesen Rückgängen standen Zuwächse bei der Biomasse und der Solarenergie gegenüber. Insgesamt verminderte sich der Beitrag der erneuerbaren Energiequellen zur Primärenergiebilanz des ersten Halbjahres um 0,7 Prozent.