Erstmals seit 2005

Energieverbrauch der Haushalte gestiegen

Der Energieverbrauch der Haushalte ist zum ersten Mal seit fast zehn Jahren wieder gestiegen. Am meisten Strom wurde beim Heizen und Warmwasser verbraucht. Aber auch bei Fernsehschauen, surfen im Internet oder Telefonieren haben die Deutschen mehr Energie verbraucht.

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Wiesbaden (dpa/red) - Allen Sparanstrengungen zum Trotz: Der Energieverbrauch von Haushalten ist im vergangenen Jahr erstmals seit 2005 wieder gestiegen. Die Bundesbürger verbrauchten - bereinigt um Temperaturschwankungen - 3,9 Prozent mehr Energie als im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Mehrere Faktoren trugen zu der Entwicklung bei.

Heizenergie und Warmwasser auf Platz 1

Am stärksten kletterte binnen eines Jahres der Verbrauch von Heizenergie (plus 4,6 Prozent) und Warmwasser (plus 3,9 Prozent). Hauptgrund: Die Zahl der Haushalte ist gestiegen, weil mehr Menschen allein leben. Möglicherweise hätten die Sparanstrengungen der Verbraucher auch etwas nachgelassen, da der Ölpreis gegenüber dem Vorjahr gesunken und der Gaspreis nahezu konstant gewesen sei, hieß es beim Statistischen Bundesamt. Trotz des Anstiegs lag der Verbrauch von Heizenergie um 6,1 Prozent unter dem Niveau von 2005. Heizen ist mit einem Anteil von 70,2 Prozent der größte Energieverbraucher in den Haushalten.

Auch der Energieverbrauch bei klassischen Hausarbeiten Kochen, Trocknen, Bügeln, Waschen stieg. Beim Fernsehschauen, surfen im Internet, Telefonieren oder Staubsaugen verbrauchten die Bundesbürger ebenfalls mehr Energie als im Jahr zuvor. In vielen Wohnungen stehen mehr elektrische Geräte, die nach Angaben der Statistiker oft länger genutzt werden.

Energieverbrauch noch unter den Werten von 2005

Trotz des Anstiegs in allen Bereichen lag der Gesamtenergieverbrauch mit 678 Milliarden Kilowattstunden aber um 2,5 Prozent unter dem des Jahres 2005.

Der mit Abstand wichtigste Energieträger in den Haushalten ist den Angaben zufolge nach wie vor Gas mit einem Anteil von fast 42 Prozent. Der Verbrauch von Erdgas stieg 2013 gegenüber dem Vorjahr um 8,6 Prozent kräftig. Deutlich zugelegt in der Gunst der Verbraucher haben erneuerbaren Energien - Brennholz, Solarthermie, Wärmepumpen. Ihr Anteil erhöhte sich bis 2013 auf 11,7 Prozent.

Dagegen sank der Verbrauch von Mineralöl, insbesondere von leichtem Heizöl zwischen 2005 und 2013 um fast 30 Prozent. Der Anteil verringerte sich auf 18,1 Prozent. Der Stromverbrauch liegt nahezu konstant bei etwa 20 Prozent.

Dafür wurde am meisten Energie verbraucht:

  • Heizen: 476 Milliarden Kilowattstunden (70,2 Prozent der gesamten Haushaltsenergie)
  • Warmwasser: 87 Mrd. Kilowattstunden
  • Geräte wie Staubsauger, TV, Telefon: 59 Mrd. Kilowattstunden
  • Kochen, Trocknen, Bügeln, Waschen: 42 Mrd. Kilowattstunden
  • Beleuchtung: 13 Mrd. Kilowattstunden

Quelle: DPA