Fünf Milliarden

Energieunternehmen investieren in Kraftwerksbau in NRW

Bei einem Gespräch mit NRW-Ministerpräsident Peer Streinbrück versicherten führende Energiekonzerne wie RWE und E.ON, in den kommenden sieben Jahren knapp fünf Milliarden Euro in den Ausbau des Kraftwerkparks in NRW zu investieren. Steinbrück wertete das als einen "Durchbruch" für den Standort.

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Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Führende Energieunternehmen wollen in den kommenden sieben Jahren fünf Milliarden Euro in die Erneuerung des Kraftwerkparks in NRW investieren. Dies kündigten Vertreter unter anderem von E.ON, RWE und Steag am Freitag bei einem Gespräch mit NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) in Düsseldorf an. Steinbrück erwartet durch die Investitionen eine dauerhafte Sicherung und Schaffung von Tausenden von Arbeitsplätzen im Land sowie eine Schonung der vorhandenen Energiereserven und einen Beitrag zum Klimaschutz.

Vorbehaltlich noch ausstehender Gremienentscheidungen in den einzelnen Konzernen soll in Neurath noch in diesem Jahr mit dem Bau des geplanten neuen Braunkohlekraftwerks von RWE Power AG begonnen werden. Die Investitionssumme liegt bei rund 2,2 Milliarden Euro. Am Standort Walsum will die Steag AG ab Ende 2006 ein neues Steinkohlekraftwerk mit einer Investitionssumme von rund 800 Millionen bauen. In Datteln plant die E.ON AG ein Steinkohlekraftwerk mit einer Investitionssumme in gleicher Höhe. Geplanter Baubeginn ist ebenfalls 2006.

In Hamm-Uentrop und Herdecke sollen neue Gaskraftwerke entstehen mit einer Investitionssumme von insgesamt rund 670 Millionen Euro. Investoren sind die Trianel GmbH beziehungsweise Mark E, AVU und Statkraft. Die Bauarbeiten sollen jeweils noch in diesem Jahr beginnen. Ferner will RWE in Weisweiler zwei neue Vorschaltgasturbinen am vorhandenen Braunkohlekraftwerk bauen. Die Investitionssumme liegt bei rund 150 Millionen Euro. Geplant sind darüber hinaus im kommunalen Bereich Investitionen in sieben Anlagen mit einem Volumen von 700 Millionen Euro.

"Diese Investitionen bedeuten einen Durchbruch für den Energie- und Industriestandort Nordrhein-Westfalen", betonte Steinbrück. Dadurch werde ein gewaltiger Technologieschub ausgelöst, der den Kraftwerkspark in NRW entscheidend modernisieren und zugleich große Chancen für den weltweiten Export von moderner Kraftwerkstechnik und im Anlagenbau eröffnen werde.

Laut Steinbrück kommen nach bisheriger Erfahrung beim Bau von Kohlekraftwerken etwa 40 Prozent des Auftragsvolumens Anbietern und Herstellern aus NRW zugute. Es könnten sechs Jahre lang rund 5000 Personen beschäftigt werden. Allein auf den Baustellen wären in NRW über diesen Zeitraum rund 3000 Personen in Lohn und Brot. Zudem werde ein dauerhafter Beschäftigungssicherungseffekt durch den Betrieb der Anlagen erzeugt.