Studie

Energiesparpotenziale im Gebäudebereich weit unterschätzt

Zwei von drei Bauherren wollen mit verschiedenen Maßnahmen den Energieverbrauch ihres Gebäudes senken, jedoch unterschätzen 70 Prozent der Deutschen die Einsparpotentiale im Gebäudebereich, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Die Bauindustrie fordert daher, mehr Anreize für die energetische Sanierung zu schaffen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Nur jeder Dritte Deutsche glaubt, dass der Energieverbrauch durch Umbaumaßnahmen nennenswert gesenkt werden kann. Immerhin planen aber zwei von drei Befragten, die in den nächsten fünf Jahren ein Haus bauen oder ihr Haus umbauen bzw. renovieren wollen, auch Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs.

"Wir müssen den Beitrag, den die Bauwirtschaft zum Klimaschutz leisten kann, stärker im Bewusstsein der Bevölkerung verankern", kommentiert Hans-Peter Keitel, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, die vom Institut für Demoskopie Allensbach für den Verband durchgeführte Studie. "Wir müssen mehr Aufklärungsarbeit leisten", so Kleitel.

Die Erkenntnis, dass jeder Einzelne zum Klimaschutz beitragen kann, ist laut Studie weit verbreitet. Nach der Verwendung von Energiesparlampen, dem Einsatz von energiesparenden Haushaltsgeräten und dem Kauf von Autos, die weniger Kraftstoff verbrauchen, nennen rund drei Viertel aller Befragten trotz aller Skepsis über das tatsächliche Einsparpotential auch die energetische Sanierung bzw. Wärmedämmung von Wohnungen.

Umso wichiger sei es nun, die richtigen Anreize zu schaffen, betont Kleitel und fordert eine Reform des Mietrechts, das sich zu einem "Hemmschuh für die energetische Sanierung des Wohnungsbestandes" entwickele. "Mieter und Vermieter sollten sich künftig die Erträge der energetischen Sanierung teilen".

Das Potential ist jedenfalls vielversprechend. Immerhin will der Studie zufolge jeder achte Bundesbürger in den nächsten 5 Jahren ein Haus bauen oder größere Umbauten im eigenen Haus durchführen. 2 von 3 Befragten - hochgerechnet 5,1 Millionen Personen - planen in diesem Zusammenhang Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs.