Günstiger Strom?

Energiesparlampe spart mehr Geld als Atomstrom

Atomkraft-Befürworter argumentieren angesichts aktuell hoher Energiepreise, dass die Strompreise bei längeren AKW-Laufzeiten sinken. Verbraucherschützer aber rechnen vor: Beim Festhalten an der Kernenergie kann ein Haushalt im Monat durchschnittlich 50 Cent sparen. Eine einzige Glühbirne durch eine Energiesparlampe zu ersetzen, bringe mehr.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Während in der Politik die Diskussion um den Atomausstieg auf Hochtouren läuft und dabei oft die hohen Energiepreise als Argument für die Laufzeitverlängerung der Meiler genannt wird, zeigt die Verbraucherzentrale, dass sich der Weiterbetrieb für Verbraucher finanziell nur wenig lohne.

Laut Berechnungen des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) bringen längere AKW-Laufzeiten einem Privathaushalt gerade einmal 50 Cent pro Monat. Wer nur eine einzige 60-Watt-Glühbirne durch eine Energiesparlampe austausche, könne man mehr Geld sparen, sagte vzbv-Energiefachmann Holger Krawinkel gegenüber Spiegel Online.

Würden zwei Drittel der Atomkraftwerke zehn Jahre länger laufen, stünden in Deutschland jährlich rund 36 Terawattstunden Strom zusätzlich zur Verfügung, was etwa sieben Prozent der Gesamtproduktion entspreche. Der Preisvorteil von Atomstrom betrage derzeit gut 5 Cent, wovon 2,5 Cent an den Verbraucher weitergegeben werden. Wären also sieben Prozent den Stroms 2,5 Cent günstiger, würde ein Durchschnittshaushalt mit einem monatlichen Verbrauch von 300 Kilowattstunden etwa 50 Cent im Monat sparen.

Zu Vergleich: Wer eine 60-Watt-Glühbirne gegen eine 11-Watt-Energiesparlampe austauscht, spart 60 bis 90 Cent stromkosten im Monat. Demnach schont Energiesparen die Haushaltskasse mehr als das Festhalten an der Atomkraft.

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