Kostendruck

Energiespar-Potenzial wird in Berlin nur zur Hälfte genutzt

Einem Zeitungsbericht zufolge kontrolliert die Berliner Verwaltung aus Kostengründen nicht, ob bei der Sanierung von Gebäuden die Energiesparvorschriften eingehalten werden. Deshalb werde das Sparpotenzial schätzungsweise nur zur Hälfte genutzt.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Berlins Verwaltung verzichtet nach einem Pressebericht auf Prüfungen zur Einhaltung der Energiesparvorschriften bei der Sanierung von Gebäuden. "Berlin verschenkt im Gebäudebestand derzeit schätzungsweise die Hälfte des möglichen Energieeinsparpotenzials", sagte der Energieexperte bei der Senatsumweltverwaltung, Gerd Boström, der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe). Um Geld und Personal zu sparen, habe Berlin wie die anderen Bundesländer seine Bauordnung 2006 "liberalisiert" und Kontrollen bei Bauvorhaben weitgehend abgeschafft.

Viele Hauseigentümer verzichteten bei der Sanierung ihrer Häuser auf eine Wärmedämmung und andere Maßnahmen, die den Öl- und Gasverbrauch senken, schreibt das Blatt. Sanktionen hätten sie in der Regel nicht zu befürchten, obwohl dies gegen die Vorschriften der 2002 in Kraft getretenen Energieeinsparverordnung (EnEV) verstößt. Außerdem widerspreche der Verzicht auf energetische Sanierung von Bestandsbauten den politischen Zielen der Umweltverwaltung, derzufolge der Wohnungsbestand "die größten Chancen bietet, die Klimaschutzziele Berlins zu erreichen".