Investitionsprogramm

Energieriese RWE will weiter kräftig wachsen

RWE bleibt auf Wachstumskurs: In den nächsten Jahren soll das betriebliche Ergebnis um durchschnittlich fünf Prozent jährlich zulegen, wie Vorstandschef Harry Roels gestern auf der Hauptversammlung ankündigte. Das nachhaltige Nettoergebnis soll in diesem und dem nächsten Jahr um durchschnittlich zehn Prozent steigen.

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Essen (ddp-nrw/ddp-hes/sm) - "Wir haben allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu schauen", sagte Roels, der Ende Januar 2008 den Chefsessel an seinen Nachfolger Jürgen Großmann abgibt. Wachstumsmotor ist laut Roels vor allem ein umfassendes Investitionsprogramm. In den nächsten fünf Jahren sollen bis zu 25 Milliarden Euro insbesondere in neue Kraftwerke sowie in die Modernisierung der Strom- und Gasnetze investiert werden. Der größte Teil dieser Summe soll mit rund 15 Milliarden Euro nach Deutschland fließen.

Roels zog zugleich eine positive Bilanz seiner Arbeit als Vorstandschef. RWE stehe finanziell besser da als noch vor vier Jahren. Der Aktienkurs habe sich in dieser Zeit vervierfacht. Der Manager trat zugleich Spekulationen über einen vorzeitigen Stabwechsel an der Vorstandspitze entgegen und bekräftigte, bis Ende Januar 2008 im Amt bleiben zu wollen. RWE-Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Fischer sagte, Roels habe "exzellente Arbeit" für RWE geleistet.

Der scheidende RWE-Chef erneuerte auf der Hauptversammlung seine Kritik an der Energiepolitik der Bundesregierung. Die vom Bundeswirtschaftsministerium geplante kartellrechtliche Preiskontrolle passe nicht in die Wettbewerbslandschaft und schade den geplanten Investitionen. Darüber hinaus nehme die geplante Verschärfung beim Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid den Energieunternehmen jede Planungssicherheit bei Investitionen.

Klage gegen Umweltministerium wegen Biblis A

Im Streit mit dem Bund um das Laufzeitende für das südhessische Atomkraftwerk Biblis A wolle der Konzern juristische Schritte einleiten. "Wir werden für Biblis kämpfen", sagte Roels auf der gestrigen Hauptversammlung. RWE werde Rechtsmittel einlegen gegen die Entscheidung des Bundesumweltministeriums, Strommengen des still gelegten Meilers in Mülheim-Kärlich auf Biblis A zu übertragen.

Roels betonte, eine solche Übertragung sei mit dem Atomgesetz vereinbar. RWE will mit diesem Schritt die Laufzeit von Biblis A, die eigentlich im April 2009 endet, bis ins Jahr 2011 verlängern. Roels merkte an, der Weiterbetrieb deutscher Kernkraftwerke sei "praktizierte Energieeffizienz". Angesichts knapper werdender Kraftwerkskapazitäten sollten die vorhandenen Kapazitäten zur Energieerzeugung so lange wie möglich genutzt werden.