Unter Strom

Energieriese E.ON wächst kräftig weiter

Der Energiekonzern E.ON strebt weiteres Wachstum durch Übernahmen an. Dabei seien auch größere Schritte nicht ausgeschlossen. Das vergangene Geschäftsjahr schloss E.ON erwartungsgemäß mit einem deutlichen Plus beim operativen Ergebnis ab, während unter dem Strich beim Nettogewinn weniger überblieb als 2003.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Der Energiekonzern E.ON hat im vergangenen Geschäftsjahr erneut mehr verdient. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen legte im Vergleich zu 2003 um 18 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro zu, und lag damit über den Erwartungen von Analysten, die im Durchschnitt von 7,19 Milliarden Euro ausgegangen waren.

Der Umsatz verbesserte sich um sechs Prozent auf 49,1 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen vom Konzernwachstum mit einer um 17,5 Prozent von 2,00 auf 2,35 Euro erhöhten Dividende je Aktie profitieren. Der Nettogewinn blieb mit 4,35 Milliarden Euro dagegen leicht unter dem Wert von 2003, der von hohen Veräußerungsgewinnen geprägt war. Außerdem will E.ON bis 2007 die Ausschüttungsquote auf 50 bis 60 Prozent des Überschusses vor Sondereffekten steigern. Für den geplanten Verkauf der knapp 43-prozentigen Beteiligung am Düsseldorfer Spezialchemiekonzern Degussa stellte E.ON zudem eine Sonderdividende in Aussicht. Analysten rechnen hier mit 3,00 Euro pro Aktie.

"Wir haben unsere führenden Marktpositionen ausgebaut und die Kosten weiter gesenkt", sagte E.ON-Vorstandschef Wulf H. Bernotat heute bei Vorlage der Bilanz in Düsseldorf. Mit den Zukäufen der zurückliegenden 18 Monate sei E.ON dem Ziel, das weltweit führende Strom- und Gasunternehmen zu werden, "ein gutes Stück" nähergekommen. Bernotat kündigte für die Zukunft weitere Zukäufe an.

Für das laufende Jahr rechnet E.ON mit einer "leichten Steigerung" des operativen Ergebnisses. Ob der Nettogewinn 2005 das Vorjahresniveau wieder erreichen könne, hänge entscheidend von den Buchgewinnen aus den geplanten Verkäufen des Immobilien-Riesen Viterra und der für Messtechnik und Industrieofenbau zuständigen Gesellschaft Ruhrgas Industries ab, sagte Bernotat.

Gleichzeitig kündigte er weiteres Wachstum durch Übernahmen an. Man gehe nun in eine "neue Phase" und wolle dabei zusätzliche Wertschöpfungspotenziale erschließen, sagte der Vorstandsvorsitzende. Möglichkeiten hierzu sehe er hauptsächlich in Europa. Den Anfang macht offenbar Rumänien. Dort werde die Tochter E.ON Energie "in Kürze" eine Mehrheitsbeteiligung an dem regionalen Stromversorger Electrica Moldova erwerben, erklärte Bernotat. Aus rumänischen Kreisen verlautete ein Kaufpreis von knapp 100 Millionen Euro.

Für dieses Jahr plant E.ON zudem keine weiteren Strompreiserhöhungen. Die Preisrunde im laufenden Jahr sei so gut wie abgeschlossen, sagte Vorstand Johannes Teyssen. Die Großhandelspreise, an denen E.ON sich orientiere, bewegten sich derzeit seitwärts. Auch bei Gas seien Preiserhöhungen nicht absehbar. Für das kommende Jahr wollte E.ON Preiserhöhungen allerdings nicht ausschließen. Die Entwicklung für den Herbst vorherzusehen sei nicht möglich, weshalb keine Prognose abgegeben werden könne, erklärte der Konzern.