Gas

Energiepolitisches Aufbruchsignal durch Entry-/Exit-Zugang zum BEB-Erdgasnetz

Der Gasnetzbetreiber BEB hat jetzt den von den Erdgasnetzkunden favorisierten Netzzugang nach dem Entry-/Exit-Modell eingeführt. Der VIK bezeichnete das als wichtige positive Weichenstellung. Er erwartet, dass die ins Stocken eratene Diskussion über ein wettbewerbsförderndes Modell nun wieder aufgenommen wird.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Der von den Erdgasnetzkunden favorisierte Netzzugang nach dem Entry-/Exit-Modell wird nun vom Netzbetreiber BEB Erdgas und Erdöl GmbH eingeführt. "Das ist eine außerordentlich wichtige positive Weichenstellung für den Netzzugang zu allen deutschen Erdgasnetzen und wird die ins Stocken geratene Diskussion über ein wettbewerbsförderndes Modell des Gasnetzzugangs wieder beflügeln", kommentiert der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK).

Die Verhandlungen zur Erdgasnetzöffnung zwischen den Netzbetreibern und den Netzkunden waren nach VIK-Angaben gerade an der Frage der Einführung dieses Netzzugangsmodells vor einigen Wochen gescheitert. Die Netzbetreiber hatten das Modell in den Verhandlungen als technisch nicht möglich abgelehnt. Im Netzgebiet der BEB könne mit dem Entry-/Exit-Modell nun eine getrennte Buchung von Ein- und Ausspeisekapazitäten erfolgen. Damit entfalle das bisher wettbewerbsbehindernde "transaktionsabhängige" Durchleitungsmodell. Bei diesem werden jeweils entlang eines vertraglich festgelegten Gasflusses dem Kunden Kosten in Rechnung gestellt, die in dieser Höhe gar nicht entstehen. Denn der Gasfluss verläuft meist ganz anders als vertraglich festgelegt.

Durch diese Einigung der BEB mit der EU-Kommission konnte eine Untersuchung der Behörde mit möglichen, wettbewerbsrechtlich gravierenden Konsequenzen für BEB abgewendet werden. Das norwegische Tochterunternehmen des US-Gaskonzerns Marathon Group hatte wegen verweigertem Netzzugang eine Beschwerde gegen BEB bei der EU-Kommission eingereicht.