Entflechtung

Energiepolitik: Barroso übt erneut Kritik an Deutschland

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso übt in der Frage einer gemeinsamen Energiepolitik erneut Kritik an der Bundesregierung. Nachdem zuvor auf EU-Ebene eine Trennung zwischen Energieerzeugung und Netzbetrieb vereinbart wurde, komme nun Kritik aus Deutschland.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - "Die EU hat sich beim März-Gipfel darauf verständigt, einen gemeinsamen Energiemarkt zu schaffen", sagte Barroso der Tageszeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe). "Einstimmig wurde eine Entflechtung befürwortet, also eine Trennung zwischen Energieerzeugung und Netzbetrieb", betonte er. Als es nun aber an die Umsetzung ging, "wurden in Deutschland und anderswo kritische Stimmen laut". Bereits Anfang Oktober hatte Barroso Berlins Widerstand gegen eine Entflechtung gerügt.

Es sei verständlich, wenn sich nach der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ein "post-präsidiales Syndrom" einstellen würde. "Aber ich vertraue darauf, dass das nicht passiert und dass Deutschland seine nationalen Interessen in einer Perspektive des europäischen Engagements vertritt."