BP-Bericht

Energiemix: Anteil der Erneuerbaren bleibt niedrig

Beim weltweiten Energiemix hat sich 2014 eine Verschiebung in Richtung erneuerbare Energien ergeben, zeigt der aktuelle Energiebericht des BP-Konzerns. Allerdings bleibt ihr Anteil im Vergleich zu den fossilen Energieträgern sehr niedrig. Indessen konnte die USA wegen der Öl- und Gasförderung zum größten Energieproduzenten aufsteigen.

Ökostrom© Franz Metelec / Fotolia.com

London (dpa/red) - Die Nutzung erneuerbarer Energien im weltweiten Energiemix ist im vergangenen Jahr nach Angaben des Rohstoffriesen BP so stark wie noch nie gestiegen. Obwohl die Erneuerbaren inzwischen für ein Drittel des Gesamtzuwachses von 0,9 Prozent zuständig seien, betrage ihr Anteil aber weiter nur drei Prozent an der Primärenergie, heißt es im neuesten Welt-Energiebericht des britischen Öl- und Gaskonzerns, der am Mittwoch in London vorgestellt wurde.

Unter Primärenergie versteht man in der Natur vorkommende Energiequellen wie Kohle oder Erdöl, davon wird die dem Verbraucher etwa in Form von Strom oder Benzin zur Verfügung stehende Endenergie unterschieden. Für die Energiegewinnung selbst werden laut der BP-Analyse immerhin bereits sechs Prozent Erneuerbare eingesetzt.

Kohle ging als einziger Energieträger zurück

Die Bedeutung der klimaschädlichen Kohle sei zurückgegangen, betrage aber immer noch 30 Prozent am Energiemix, hieß es. Die Zunahme beim Kohleverbrauch liege mit 0,4 Prozent deutlich unter dem langjährigen Schnitt von 2,9 Prozent. Die Kohleproduktion sei sogar weltweit um 0,7 Prozent zurückgegangen, in China sogar um 2,9 Prozent. Damit sei die Kohle weltweit der einzige Energieträger, der schrumpfte.

"Unsere Aufgabe als Branche ist es, die Herausforderungen von heute aufzunehmen, aber auch weiter zu investieren, um die Nachfrage von morgen zu befriedigen, sicher und nachhaltig", sagte BP-Vorstandschef Bob Dudley.

G7 beschließen Aus für fossile Energien

Die G7-Länder hatten sich beim Gipfel am vergangenen Wochenende im bayerischen Elmau im Kampf gegen den Klimawandel zum langfristigen Ausstieg aus fossilen Energieträgern verpflichtet. Schon 2050 soll demnach eine deutliche Verringerung geschafft sein. Soll dies erreicht werden, wäre der Rückzug aus der Energiegewinnung aus Kohle ein wesentlicher Schritt. Die Energiekonzerne dringen zudem darauf, dass die Reform des Handels mit CO2-Verschmutzungsrechten vorankommt.

USA steigt zum größten Energieproduzenten auf

Gleichzeitig kam es auf dem Gas- und Ölmärkten aufgrund des Fracking-Booms in den USA zu einer eine Machtverschiebung. Der Studie zufolge stieg die US-Ölförderung 2014 um den Rekordwert von 1,6 Millionen Barrel (etwa 159 Liter) Rohöl pro Tag. Auch die Gasproduktion legte weiter zu, so dass die USA Russland als weltgrößte Fördernation der beiden Rohstoffe kombiniert und Saudi-Arabien als größten Ölförderer verdrängten. Damit seien die Vereinigten Staaten zum größten Energieproduzenten aufgestiegen.

"Wir sehen tatsächlich eine Wachablösung in der globalen Energieversorgung", kommentierte BP-Chefökonom Spencer Dale die Entwicklung in einer Präsentation. "Die Folgen der Schiefer-Revolution für die USA sind immens."

Quelle: DPA