Studie

Energieminister: Kohle- und Atomstrom verstopfen das Netz

Das Stromnetz wird durch die Netzbetreiber in Balance gehalten. Dadurch entstehen jährlich Kosten in Milliardenhöhe. Greenpeace und auch dem Kieler Energieminister Robert Habeck zufolge liegt das vor allem an den unflexiblen Atom- und Kohlekraftwerken.

Stromnetzausbau ÖkostromWenn das Stromnetz zu überlasten droht, dürfen Netzbetreiber die Stromerzeuger anweisen, weniger zu produzieren.© PhotographyByMK / Fotolia.com

Berlin/Kiel - An teuren Engpässen im Stromnetz sind Greenpeace zufolge vor allem unflexible Atom- und Kohlekraftwerke schuld. Auch wenn viel Wind- und Sonnenenergie erzeugt werde, drosselten sie ihre Leistung kaum, heißt es in einer von der Umweltschutzorganisation in Auftrag gegebenen Studie, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Dadurch seien 2015 alleine in Schleswig-Holstein bis zu 160 Millionen Euro Kosten entstanden, ermittelte das Beratungsinstitut Energy Brainpool. Die Analysten hatte das Atomkraftwerk Brokdorf in Schleswig-Holstein und das Kohlekraftwerk Moorburg in Hamburg unter die Lupe genommen.

Zu viel Strom überlastet die Netze

Wenn mehr Strom zur Verfügung steht als transportiert werden kann, dürfen die Netzbetreiber veranlassen, dass die Anbieter weniger produzieren, damit die Leitungen nicht überlastet werden. Die Betreiber etwa von Windkraftwerken bekommen trotzdem Geld, um Sicherheit für Investoren zu schaffen. Nach Angaben der schleswig-holsteinischen Landesregierung werden rund acht Prozent des gesamten Ökostroms in dem Land nach diesem Muster "abgeregelt", das ist Greenpeace zufolge ein Spitzenwert.

Robert Habeck: Ohne Kohle- und Atomkraftwerke hätten wir ordentlich Platz

Der Kieler Energieminister Robert Habeck (Grüne) sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir haben ja nicht zu viel Erneuerbaren Strom, sondern Kohle- und Atomkraftwerke, die das Netz verstopfen. Wenn die aus den Netzen verschwinden würden, hätten wir ordentlich Platz." Am Dienstagabend wollten die Ministerpräsidenten der Länder im Kanzleramt mit dem Bund über den Ökostrom-Ausbau verhandeln.

Quelle: DPA