Expertenbefragung

Energiemarktbarometer: Höhere Energiepreise erwartet

Strom, Erdgas und Rohöl werden nach Ansicht der vom ZEW im Rahmen des Energiemarktbarometers befragten Energieexperten in den kommenden fünf Jahren deutlich teurer werden. Für die kommenden sechs Monate wurde allerdings keine klare Aussage getroffen.

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Mannheim (red) - Ein Sinken der Preise für Strom, Gas und Öl erwartet dagegen kaum einer der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) turnusmäßig befragten 200 Experten aus Energieversorgungs-, -handels- und Dienstleistungsunternehmen.

80 Prozent der Befragten erwarten für die nächsten fünf Jahre einen steigenden Strompreis für Industrieunternehmen. Etwa 15 Prozent gehen von einem stagnierenden und nur fünf Prozent von einem sinkenden Preis in diesem Zeitraum aus. Die kurzfristigen Erwartungen sind zwar etwas weniger pessimistisch, stellen aber auch keine Entspannung bei den Strompreisen in Aussicht. So erwarten 42 Prozent der Experten in den kommenden sechs Monaten einen steigenden Preis, 53 Prozent einen stagnierenden Preis und rund fünf Prozent einen sinkenden Preis.

Auf Sicht von fünf Jahren gehen mit 76 Prozent mehr als drei Viertel der Teilnehmer zudem von einem steigenden Gaspreis aus, während 16 Prozent einen stagnierenden und sieben Prozent einen sinkenden Preis erwarten. Für die kommenden sechs Monate rechnen die befragten Experten für Gas deutlicher als für die anderen Energieträger mit steigenden Preisen. Während 59 Prozent der Energieexperten von steigenden Preisen ausgehen, erwarten rund 39 Prozent einen stagnierenden und nur zwei Prozent einen sinkenden Preis.

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommen die Teilnehmer des ZEW-Energiemarktbarometers bei der Ölpreisentwicklung. Auf lange Sicht erwarten mehr als 73 Prozent einen steigenden Ölpreis, gut 17 Prozent gehen von einem eher stagnierenden und zehn Prozent von einem sinkenden Preis für Öl aus. Innerhalb der kommenden sechs Monate rechnet eine knappe Mehrheit von 51 Prozent mit einem steigenden Ölpreis, während 45 Prozent von einem stagnierenden und lediglich knapp fünf Prozent von einem sinkenden Ölpreis ausgehen.

Am schwächsten ausgeprägt sind sowohl langfristig als auch kurzfristig die Erwartungen hinsichtlich steigender Preise bei der Kohle. Für die kommenden fünf Jahre gehen knapp 60 Prozent der befragten Experten von steigenden, gut 34 Prozent von stagnierenden und nur sechs Prozent von fallenden Preisen aus. Kurzfristig rechnet mit knapp 34 Prozent nur etwa ein Drittel der Befragten mit einem steigenden Preis. Fast zwei Drittel (65 Prozent) gehen von stagnierenden und zwei Prozent von sinkenden Preisen aus.

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