Teuerung

Energiekosten steigen im dritten Monat in Folge

Die Energiepreise steigen für Deutschlands Verbraucher allmählich wieder. Seit dem starken Kostenrückgang im vergangenen Jahr sind wieder rund zwei Fünftel des damaligen Preisniveaus erreicht. Die Preissenkungen bis zum Januar 2015 waren hauptsächlich auf den gefallenen Rohölpreis zurückzuführen.

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Berlin (red) - Nach dem Einbruch im Jahr 2014 sind die Energiepreise für Deutschlands Verbraucher im nunmehr dritten Monat in Folge wieder gestiegen. Im April verteuerte sich Energie um durchschnittlich 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Das entspricht zwar einer deutlichen Verlangsamung der Korrekturbewegung; im Februar und März waren die Energiepreise noch um 2,1 und 1,4 Prozent hochgeschnellt. Alles in allem sind mittlerweile allerdings rund zwei Fünftel jenes Rückgangs der Kosten wieder wettgemacht, der im vergangenen Sommer eingesetzt hatte. Das geht aus dem Energiepreis-Monitor der European Climate Foundation (ECF) hervor.

Ölpreise haben sich um rund zehn Prozent verteuert

Die Energiepreise für Deutschlands Verbraucher waren von Juni 2014 bis Januar 2015 um zehn Prozent gefallen. Hauptgrund waren die drastisch gesunkenen Rohölpreise, so die ECF. Der Kurs für ein Barrel (157 Liter) Rohöl fiel im Schnitt weltweit von 110 auf zwischenzeitlich weniger als 50 US-Dollar. Seit Ende Januar ist dieser Trend gestoppt. Im April erreichten die Ölpreise teils sogar wieder die 70-Dollar-Marke. Diese Verteuerung war der ECF zufolge für Verbraucher im Euro-Raum zeitweise noch verstärkt worden, da der Euro gegenüber dem Dollar drastisch abwertete, was Importe umrechnungsbedingt verteuert. Im April habe dieser Währungseffekt kaum noch eine Rolle gespielt, wie aus den Berechnungen des Hamburger HWWI-Instituts hervorgehe: In Dollar gerechnet habe sich Öl um 9,9 Prozent – in Euro um 10,6 Prozent verteuert.

Kraftstoffe machen eine großen Teil der Energieausgaben aus

Die Korrektur an den Ölmärkten erkläre im April den kompletten Anstieg der deutschen Energiepreise. Die Preise für Kraftstoffe stiegen im Schnitt um 2,2 Prozent gegenüber März. Hätte es nicht andere Energiearten gegeben, die billiger wurden, wären die Energiepreise insgesamt angesichts der Benzinverteuerung sogar um 0,7 Prozent gestiegen. Kraftstoffe machen gut ein Drittel der Energieausgaben der Privathaushalte in Deutschland aus.

Niedrige Heizpreise bremsten die Preissteigerung

Gebremst wurde die Energieteuerung im April durch einen außergewöhnlichen Rückgang der Preise für Zentralheizung und Fernwärme um 0,8 Prozent. Hier machte sich mit Verzögerung der besonders milde Winter bemerkbar, der wärmste seit 2007. Die Durchschnittstemperatur lag mit 3,3 Grad deutlich höher als etwa im Winter 2013 mit 0,3 Grad. Folglich musste weniger geheizt werden. Ein solcher Rückgang des Index ist ungewöhnlich, berichtet die ECF weiter. Die Preise änderten sich im Schnitt sonst nur um wenige Zehntel, da für die Heizung üblicherweise gleichmäßige Abschläge zu zahlen seien, die nur einmal im Jahr angepasst würden. Der Winter-Effekt schlage sich mit ein paar Monaten Verzögerung nun nieder.

Leicht gefallen sind im April auch die Preise für Strom und Gas (jeweils minus 0,2 Prozent gegenüber März). Heizöl war ebenfalls billiger als im Vormonat, allerdings stiegen die Preise hier gegen Ende April wieder deutlich – gemäß dem internationalen Trend an den Ölmärkten.