Pläne von Union und FDP

Energiekonzernen sollen für späteren Atomausstieg Milliarden zahlen

Union und FDP wollen nach einem Sieg bei der Bundestagswahl die Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke verlängern und damit Milliarden von den Energiekonzernen abschöpfen. Atomkonzerne sollen mindestens die Hälfte der zu erwartenden Mehreinnahmen abgeben, um die Verbraucher zu entlasten oder die erneuerbaren Energien zu fördern.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/red) - Im Gespräch ist eine Atomsteuer oder eine Versteigerung von Strommengen, berichtet das "Handelsblatt" aus Fraktionskreisen. Der energiepolitische Koordinator der Unions-Fraktionen im Bundestag, Joachim Pfeiffer, bestätigte der Zeitung, dass man die Gewinne größtenteils abschöpfen wolle.

9 bis 35 Milliarden Euro von Atomkonzernen

Gemessen an aktuellen Analystenschätzungen geht es um gewaltige Abschöpfungsbeträge, die sich je nach Dauer der Laufzeitverlängerung auf 9 bis 35 Milliarden Euro summieren könnten. Die Landesbank Baden-Württemberg hat laut Bericht vor kurzem die möglichen Zusatzgewinne detailliert errechnet, die den Betreibern winken, wenn sie ihre abgeschriebenen Reaktoren länger am Netz lassen dürfen.

Längere Laufzeiten sollen Millionen einbringen

Selbst nach einem konservativsten Szenario, bei dem die Laufzeiten nur um zehn Jahre verlängert werden und der Strompreis mit knapp über 50 Euro je Megawattstunde moderat bleibt, läge der Barwert für E.ON bei 8,3 Milliarden Euro, für RWE bei 6,1 Milliarden und für EnBW bei 3,8 Milliarden Euro. Im günstigsten Fall - 25 zusätzliche Jahre und Strompreise von 80 Euro - wären es für E.ON sogar 31,5 Milliarden, für RWE 22,8 Milliarden und für EnBW 14,6 Milliarden Euro.