Langsamer Netzausbau

Energiekonzerne warnen vor Versorgungsengpässen

In ihren Berichten zum Netzausbau warnen die deutschen Energiekonzerne vor Engpässen. Die Anzahl der kritischen Situationen habe sich in den letzten Zwei Jahren bereits "spürbar gehäuft", berichtet das Handelsblatt, dem die Berichte in Auszügen vorliegen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - Dem Blatt sei die Überlastung der Übertragungsnetze darauf zurückzuführen, dass die Orte der Energieerzeugung und des Verbrauchs immer weiter auseinander liegen. Im Nordosten Deutschlands wird zunehmend Strom aus Windkraft produziert, neue Kraftwerke werden überwiegend in Ostdeutschland gebaut, verbraucht werde der Strom aber im Westen.

Laut dem Energiewirtschaftsgesetz müssen Netzbetreiber oft die Leistung konventioneller Kraftwerke drosseln, um Windstrom aufzunehmen. Während die Vattenfall-Netztochter 2006 noch 80 Tage mit kritischen Netzsituationen zähle, seien es 2007 schon 155 Tage gewesen. Auch RWE erreiche "immer häufiger die Belastungs- bzw. Systemsicherheitsgrenze", so das Handelsblatt weiter.

Etwa drei Milliarden Euro wolle RWE in den nächsten zehn Jahren in den Netzausbau stecken, jedoch brauche man dazu "einen breiten öffentlichen Konsens über die zügige Umsetzung unserer Maßnahmen", so das Unternehmen gegenüber dem Handelsblatt. Zudem müsse es auch wirtschaftliche Investitionsanreize geben.

Bundeswirtschaftsminister Glos will in Kürze ein Gesetzespaket zur Verkürzung der Genehmigungsverfahren vorlegen.

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