Initiative

Energiekonzerne fordern mehr Klimaschutz-Anstrengungen

Deutsche und internationale Energiekonzerne unter Führung des Stromversorgers Vattenfall fordern von der Politik mehr Klimaschutz-Anstrengungen. Vattenfallchef Lars Josefsson bezeichnete das Treibhaus-Problem als Bedrohung für die ökonomische Stabilität der Gesellschaften.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp) - An der Unternehmensinitiative "3 C" (Combat Climate Change) beteiligen sich einem Bericht der Frankfurter Rundschau" zufolge unter anderem die Stromkonzerne E.ON und EnBW, der US-Multi General Electric sowie die Kraftwerksbauer Siemens, ABB und Alstom. Sie fordern, eine weltweit verbindliche Obergrenze der noch zulässigen Erwärmung und damit des global noch zulässigen Ausstoßes von Treibhausgasen. Diese müsse unter allen Umständen eingehalten werden, schrieb die Zeitung. Außerdem solle der Ausstoß von Treibhausgasen "global einen Preis bekommen", damit Investitionsentscheidungen umgesteuert werden. Die Initiative fordere deswegen ein weltweites System für Emissionshandel. Josefsson werde die Initiative am Donnerstag in Brüssel EU-Kommissionschef Jose Manuel Barroso präsentieren.

Der Vattenfall-Chef hält das Kyoto-Abkommen für nicht ausreichend, das von den Industriestaaten eine Minderung des Kohlendioxid-Ausstoßes um fünf Prozent bis 2012 fordert. Bis 2050 müsse man 60 Prozent erreichen, sagte er. Das EU-Ziel, bis 2020 bis zu 30 Prozent anzusteuern, hält er hingegen für äußerst ambitioniert, vielleicht gar nicht machbar. "Vor allem aber scheint es nicht nötig", sagte Josefsson. Er setze darauf, dass in 20, 30 Jahren neue Technologien vorhanden seien, die drastischen Klimaschutz ohne zu hohe Kosten ermöglichten. Vattenfall setze stark auf kohlendioxidfreie Kohlekraftwerke, die 2020 marktreif sein sollen.

Josefsson ist seit Anfang Dezember zusammen mit dem Wissenschaftler Hans-Joachim Schellnhuber Klimaschutzbeauftragter der Bundesregierung.