Bilanz

Energiekonzern Vattenfall steigert Ergebnis

Der drittgrößte deutsche Energiekonzern Vattenfall Europe hat im vergangenen Jahr sein Ergebnis gesteigert. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Berlin mitteilte, erhöhte sich das um Sondereinflüsse bereinigte Betriebsergebnis gegenüber 2005 von 1,1 Milliarden auf 1,4 Milliarden Euro.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Stockholm (ddp.djn/sm) - Der Umsatz ohne konzerninterne Handelsgeschäfte habe sich allerdings leicht von 7,8 Milliarden auf 7,7 Milliarden Euro verringert. Angaben zum Nettoergebnis machte der Konzern noch nicht.

Die gute Entwicklung führt das Unternehmen auf die gute Verfügbarkeit der Kraftwerke zurück. Hingegen sei der positive Effekt aus dem ungewöhnlich kalten ersten Quartal 2006 durch das sehr milde letzte Vierteljahr des Jahres wieder ausgeglichen. Belastend hätten sich im vierten Quartal die Netzentgeltkürzungen der Bundesnetzagentur ausgewirkt. Die endgültigen Ergebniszahlen will Vattenfall Europe am 7. Mai veröffentlichen.

"Das Ergebnis ist eine gute Ausgangsposition für unsere Investitionen in hoch effiziente Kraftwerke, Übertragungs- und Fernwärmenetze", so Klaus Rauscher, Vorstandsvorsitzender von Vattenfall Europe und Senior Executive Vice President der Vattenfall Group.

Die gesamte Vattenfall-Gruppe mit Sitz in Stockholm verzeichnete im vergangenen Jahr den Angaben zufolge ein zweistelliges Wachstum. Die Erlöse hätten sich gegenüber 2005 um 12,9 Prozent auf 16,1 Milliarden Euro erhöht. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis habe sich um 8,5 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro erhöht und das Nettoergebnis um 12,1 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro.

Vattenfall steigert seine Gewinne nach Ansicht der Brandenburger Linkspartei auf Kosten der Lausitz. Während das Unternehmen in seinem Heimatland Schweden vorrangig auf regenerative Energien setze, weite es im Osten Deutschlands den Braunkohletagebau aus, kritisierte der Lausitzer Bundestagabgeordnete Wolfgang Neskovic am Donnerstag. In Schweden schone der Konzern die Umwelt, in der Lausitz betreibe er Raubbau an der Natur. Diese Unternehmensstrategie sei nicht länger hinnehmbar.

Vattenfall müsse sich endlich anderen Formen der Energiegewinnung zuwenden. Nur so werde das schwedische Unternehmen seiner Mitverantwortung für die Zukunft der Lausitz gerecht, sagte Neskovic. Dazu müsse in Zusammenarbeit mit der Landesregierung ein mittelfristiger Plan zum Ausstieg aus der Braunkohle und zum Einstieg in eine regenerative Energiegewinnung erarbeitet werden.

Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Martina Gregor, wies die Äußerungen scharf zurück: "Herr Neskovic weiß nicht, wovon er redet", betonte sie. Natürlich seien erneuerbare Energien nötig, doch vorläufig sei auch die Kohle gefragt. Es komme auf einen "verlässlichen Energiemix" an. Denn mit Wind lasse sich bekanntlich nicht heizen.

Vattenfall sichere in der Lausitz mehr als 8000 Arbeitsplätze und beschäftige über 800 Lehrlinge. Zudem betreibe der Konzern in der Lausitz die modernsten und effizientesten Kraftwerke der Welt. Derzeit werde dort auch das erste Kohlendioxid-freie Kraftwerk entwickelt. All das sichere die Zukunft der Lausitz und seiner Menschen, betonte Gregor.