Berechnungen

Energiekonzept offenbar weiter gediehen als bekannt

Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, ist das Energiekonzept der Bundesregierung weiter gediehen als bisher bekannt. Bestandteil des Konzepts sind demnach auch höhere Sicherheitsauflagen. Umweltminister Röttgen fordert angeblich bis zu 50 Milliarden Euro für die Sicherheit von Atomkraftwerken.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/afp/red) - Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will den Atomkraftwerksbetreibern nach Informationen des "Handelsblatts" im Falle einer Laufzeitverlängerung milliardenschwere Sicherheitsauflagen machen. Wie die Zeitung (Montagsausgabe) unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, will Röttgen im Falle einer Laufzeitverlängerung von vier Jahren Investitionen in die Sicherheit der Anlagen fordern, die die Betreiber 6,2 Milliarden Euro kosten würden. Im Fall einer Verlängerung um zwölf Jahre veranschlagt der Minister demnach die notwendigen Investitionen mit 20,3 Milliarden Euro, bei 20 Jahren mit 36,2 Milliarden und bei 28 Jahren mit 49,8 Milliarden Euro.

Nach Informationen des "Spiegel" plant Röttgen, im Energiekonzept der Bundesregierung einen baulichen Schutz für alle Kernkraftwerke festzuschreiben. Diese sollten grundsätzlich gegen den Absturz eines Passagierflugzeugs vom Typ A320 geschützt sein, das etwa Terroristen gezielt auf ein Akw lenken könnten. Laut "Spiegel" bräuchte eine ganze Reihe der Atomkraftwerke eine komplett neue Schutzhülle aus Beton, falls Röttgens Pläne umgesetzt werden.

Laut "Handelsblatt" sind die Milliardensummen Bestandteil der Energieszenarien, die Prognos und das Energiewirtschaftliche Institut der Universität zu Köln (EWI) für die Bundesregierung errechnet haben. Die jeweiligen Verlängerungsszenarien wurden demnach in jeweils zwei Varianten berechnet: Einmal mit den geplanten Sicherheitsauflagen des Umweltministeriums, einmal mit wesentlich geringeren Pauschbeträgen. Die Betreiber der Atomkraftwerke argumentieren, zu hohe Sicherheitsauflagen könnten den Betrieb vieler Anlagen unrentabel machen.

Nach Angaben des Bundesumweltministeriums ist jedoch noch nichts entschieden. "Zu Fragen der Sicherheitsauflagen und zu den konkreten Einzelmaßnahmen des Energiekonzeptes zum Ausbau der erneuerbaren Energien werden innerhalb der Bundesregierung und mit den Regierungsfraktionen noch ausführliche Gespräche geführt, bevor Entscheidungen fallen", sagte ein Ministeriumssprecher. Der Kabinettsbeschluss für das Energiekonzept ist für den 28. September angesetzt.