Mutmaßung

Energiekontor AG meint sich zu Unrecht in der Kritik

Die Energiekontor AG wird einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge drei Windparks zurück kaufen, weil die versprochene Rendite nicht eingehalten werden kann. Das Unternehmen bezeichnet den Bericht jedoch als Mutmaßung und Behauptung und prüft derzeit, ob rechtliche Schritte eingeleitet werden können.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Seit Donnerstag vergangener Woche sorgen Gerüchte um die Windparks Nordleda, Debstedt und Sievern der Energiekontor AG für Verwirrung. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge planen Anleger gegen den Projektierer zu klagen, weil die versprochene Rendite aufgrund von zu wenig Wind nicht eingehalten werden kann. Wie die Energiekontor AG jetzt mitteilte, beruhen diese Berichte weitgehend auf Mutmaßungen und falschen Behauptungen. Deshalb würde derzeit die Einleitung juristischer Schritte geprüft.

Nach Auskunft von Energiekontor sei vielmehr richtig, dass die drei Windparks weniger Strom produzieren, als in den Prospekten prognostiziert wurde. Einen Proteststurm enttäuschter Anleger, von dem in einer der Veröffentlichungen die Rede war, hätte es allerdings nicht gegeben. Von den insgesamt 364 Investoren, die Anteile an den drei Windparks gezeichnet haben, hätten im Laufe mehrerer Jahre nur etwa 25 die geringeren Erträge der Projekte bemängelt. Auch sei die Wirtschaftlichkeit der Parks nicht bedroht. Allerdings sei bei diesen Windparks die prognostizierte Rendite nach Steuern von acht bis zehn Prozent gegenwärtig auf etwa die Hälfte abgesunken. Um das Vertrauen der Kunden nicht zu gefährden, hätte das Unternehmen mit den Beiräten und Investoren der betroffenen Windparks Gespräche aufgenommen. Auch eine optionale und freiwillige Rücknahme der Anteile stehe dabei zur Diskussion. "Das Ergebnis der Gespräche wird zeigen, dass die Energiekontor AG ihren Anlegern jederzeit ein zuverlässiger Partner ist", betont Günter Lammers, Vorstand der Energiekontor AG. Genauere Angaben über das Vorgehen und zukünftige Geschäftsmodell seien aufgrund der laufenden Verhandlungen noch nicht möglich.

"Wir haben verschiedene Optionen und sehen gute Chancen, mit den Investoren zu einem Interessenausgleich zu kommen", ist sich Lammers indes sicher. Das Unternehmen bietet den Kommanditisten freiwillig eine Rückabwicklung der Investition an. "Ein solcher Vorschlag ist unseres Wissens einmalig in der Branche, ja sogar im Fondsgeschäft überhaupt."