EU-Politik

Energiekommissar Piebalgs unterstreicht Bedeutung der Stadtwerke

Der europäische Verband der unabhängigen Strom- und Gasverteilerunternehmen wurde von der EU-Kommission aufgefordert, die Rolle der Verteilnetzbetreiber neu zu definieren. Zugleich unterstrich Energiekommissar Piebalgs die Rolle der Stadtwerke in der EU.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel/Berlin (red) - Bei der 5. GEODE-Frühjahrskonferenz, die am 9. April 2008 in Brüssel stattfand, waren die Anforderungen, die auf Verteilnetzbetreiber im Zuge der neuen europäischen Gesetzesinitiativen zukommen, ein zentrales Thema. Aus Sicht des Verbands sei in Brüssel sehr deutlich geworden, wie stark der Einfluss der europäischen Energiepolitik die Rolle der Verteilnetzbetreiber verändern wird. Energiekommissar Andris Piebalgs forderte die GEODE im Rahmen der Konferenz auf, die Rolle der Verteilnetzbetreiber neu zu definieren und sich der Herausforderung, die die Neuordnung des Energiemarktes mit sich bringen wird, zu stellen.

"Vieles wurde in der Vergangenheit schon erreicht. Man darf sich hierauf aber nun nicht ausruhen. Gerade die Bekämpfung des Klimawandels duldet keinen Aufschub. Dies muss zusammen mit der Schaffung eines funktionierenden Energiebinnenmarkts absolute Priorität haben", so Piebalgs. Die Referenten unterstrichen die Schlüsselrolle, die in diesem Zusammenhang den Verteilnetzbetreibern zukommt. Stadtwerke und kommunale Energieversorger leisteten einen wesentlichen Beitrag zur umweltschonenderen Energieerzeugung und gehörten zu den wichtigsten Ansprechpartnern in der Energie- und Klimapolitik, hieß es.

"Wir nehmen diese Aufgabe gern an, denn wir verfolgen die gleichen Ziele", erklärte GEODE-Präsident Anders Hedenstedt. Der Verband plane zunächst, länderübergreifend eine Handlungsaufgabe für Stadtwerke innerhalb der europäischen Union zu formulieren, die sich durch eine dezentrale Energielandschaft auszeichnet. Aus dieser Aufgabe heraus soll anhand einer Studie ermittelt werden, wie sich die Stadtwerke beispielsweise hinsichtlich dier ambitionierten Klimaschutzziele der Kommission zu verhalten haben und welche neuen Geschäftsfelder erschlossen werden können.

Im Zuge der Frühjahrskonferenz wurden neue Unternehmen in den Verband aufgenommen. Es handelt sich hierbei um die deutschen Unternehmen Stadtwerke Hockenheim, Weinheim, Schwerte, Unna, Bretten, Walldorf, Waldshut-Tiengen sowie die Energieversorgung Gera, die Gasversorgung Wunstorf, die GkK, die ZVO Energie, die Energieversorgung Oelde und die KES. Aus Schweden wurden die Jämtkraft AB und aus Ungarn MOL plc als neue Mitglieder begrüßt.