Immobilienanzeigen

Energiekennwerte: Ab 1. Mai drohen Bußgelder

Energiekennwerte sind in Immobilienanzeigen Pflicht. Ab dem ersten Mai kann es aber bei Versäumnissen zu Bußgeldern von bis zu 15.000 Euro kommen. Aber nicht nur darauf sollten Immobilienbesitzer achten: In der Vergangenheit gab es laut einem Energiedienstleister wiederholt zweifelhafte Abmahnschreiben.

Energieeffizienz© johannesspreter / Fotolia.com

Stuttgart (red) – Jetzt kann es teuer werden: Wenn Vermieter oder Verkäufer die erforderlichen Energiekennwerte in kommerziellen Immobilienanzeigen nicht angeben, riskieren sie ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro. Die entsprechende Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) gilt schon seit dem 1. Mai 2014. Bisher galt jedoch noch eine einjährige Übergangsfrist. Vom 1. Mai 2015 an können die Behörden Verstöße gegen die Ausweispflicht hingegen mit Bußgeldern ahnden. "Wie hoch die Geldstrafe für diese Ordnungswidrigkeit dann im Einzelfall ausfällt, bleibt noch abzuwarten", sagt Susanne Frey vom Energiedienstleister Minol.

Unterschiedliche Pflichtangaben in Immobilienanzeigen

Die erforderlichen Pflichtangaben in Immobilienanzeigen hängen davon ab, wann der Ausweis ausgestellt wurde und um welchen Immobilientyp es sich handelt. Bei neuen, ab Mai 2014 ausgestellten Ausweisen müssen Inserenten die Art des Energieausweises (Bedarfs- oder Verbrauchsausweis), den Wert des Endenergiebedarfs (bei Bedarfsausweisen) oder Endenergieverbrauchs (bei Verbrauchsausweisen) und die im Ausweis genannten wesentlichen Energieträger der Heizung (zum Beispiel Erdgas) angeben.

Energieausweis: Wann wurde er ausgestellt?

Bei Wohngebäuden müssen zudem Baujahr und Energieeffizienzklasse angegeben werden. Wer bereits einen Energieausweis aus dem Zeitraum zwischen dem 1. Oktober 2007 und dem 1. Mai 2014 besitzt, kann auf die Angabe der neuen Energieeffizienzklasse verzichten. Zusätzlich gilt bei verbrauchsbasierten Energieausweisen für Wohngebäude, die vor dem 1. Mai 2014 ausgestellt wurden: Sofern der Warmwasseranteil nicht im Energieverbrauchskennwert enthalten ist, müssen Inserenten den Wert um 20 kWh pro Jahr und Quadratmeter Gebäudenutzfläche erhöhen, so der Energiedienstleister.

Vorzeigepflicht beim Besichtigungstermin

Liegt zum Zeitpunkt der Anzeigenschaltung kein gültiger Energieausweis vor, kann ausnahmsweise auf diese Angaben verzichtet werden. Aber Vorsicht: Spätestens beim Besichtigungstermin müssen Vermieter und Verkäufer dann unaufgefordert einen gültigen Energieausweis vorlegen.

Wer noch keinen Energieausweis besitzt, kann ihn schnell und unkompliziert bei einem Energiedienstleister beantragen.

Gefälschte Abmahnungen im Umlauf

In den vergangenen Monaten gab es mehrfach Fälle, bei denen Inserenten und Eigentümer zweifelhafte Abmahnschreiben erhalten haben. Im Falle einer Abmahnung empfiehlt Minol deshalb, den Absender und Anlass genau zu prüfen. Wenn sich der Absender beispielsweise nicht im Internet recherchieren lässt oder das betreffende Inserat nicht konkret, sondern nur standardmäßig benannt wird, ist Misstrauen angebracht. Die Betroffenen sollten dann keine Unterlassungserklärung unterzeichnen - denn dadurch bekennen sie sich zu einem Wettbewerbsverstoß, der möglicherweise gar nicht vorliegt, und akzeptieren alle damit verbundenen Pflichten, sagt Frey. Wer sich unsicher ist, ob ein Betrug vorliegt, sollte sich in jedem Fall an die Verbraucherzentrale wenden.