"Klimaziele nicht zu schaffen"

Energieforscher kritisiert Bau neuer Kohlekraftwerke

Der Energieforscher Felix Matthes vom Öko-Institut in Berlin hat den Ersatz alter durch neue Kohlekraftwerke kritisiert. "Werden die 40 derzeit in Deutschland diskutierten neuen Kohlekraftwerke gebaut, sind die Klimaziele nicht zu schaffen", sagte Matthes der "Frankfurter Rundschau" (Montagausgabe).

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp/sm) - "Nur 40 Kraftwerke verursachen bereits zehn Prozent des gesamten Treibhausgas-Ausstoßes in der EU. Bis Mitte des Jahrhunderts müssen diese Emissionen um 80 Prozent sinken. Da sind neue Kraftwerke, die bestenfalls 20 bis 30 Prozent günstiger liegen als alte, eher Teil des Problems als der Lösung. Sie laufen nämlich 50 Jahre", so der Energieforscher.

Unter Leitung von Felix Matthes entstand eine Studie für die Umweltstiftung WWF, nach der sechs der zehn klimaschädlichsten Kohlekraftwerke in der EU in Deutschland stehen. Bei allen zehn handelt es sich um Braunkohlekraftwerke. Braunkohle ist der Energieträger mit dem höchsten Kohlendioxid-Ausstoß, doch hängen am Abbau und an der Verstromung Tausende von Jobs. "Wir dürfen nicht veraltete Strukturen konservieren. Im Sektor erneuerbare Energien und durch Energieeinsparung entstehen viel mehr Jobs, als bei der Kohle wegfallen", sagte Matthes der Zeitung.