"Neuland"

Energieerzeugung durch die Kraft der Meereswellen

Die Kraft von Meereswellen wollen Konstrukteure der vorpommerschen Stahlbaufirma Hallen- und Anlagenbau (HAB) in Wusterhusen künftig zur Erzeugung von Elektroenergie nutzen. Dazu werde zusammen mit dem Wolgaster Ingenieur Andreas Wulff ein sogenannter Meereswellen-Generator entwickelt, sagte Geschäftsführer Andreas Pörsch am Freitag.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Wusterhusen (dapd-lmv/red) - Die 242.000 Euro kostende Projektstudie werde vom Land Mecklenburg-Vorpommern mit 143.000 Euro EU-Mitteln gefördert, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU).

"Wir befinden uns derzeit noch in der Vorplanung", sagte Wulff. Den Plänen zufolge könnte das neuartige System zur Nutzung regenerativer Energien aber schon in zwei bis drei Jahren in Serie gefertigt werden. Vorgesehen ist eine modular aufgebaute Kraftwerkslösung mit einem Schwimmer, der die Hubbewegungen der Wellen aufnimmt. Über einen Spezialmechanismus sollen die Auf- und Abwärtsschübe dann übertragen und anschließend in Drehbewegungen umgewandelt werden. Ein angeschlossener Generator könnte daraus Elektroenergie erzeugen.

Denkbares Einsatzgebiet noch unklar

Noch sei nicht klar, welche Leistung eine solche Insellösung erbringen könnte, sagte Pörsch. Derzeit werde auch geprüft, ob das System in der Ost- und Nordsee oder eher in stürmischeren Meeresgebieten effektiv betrieben werden könne. "Wir beschreiten hier völliges Neuland und befinden uns derzeit auch noch nicht mit potenziellen Investoren im Gespräch."

Minister Glawe sagte, gerade in Zeiten der Energiewende seien innovative Ideen zur Energiegewinnung gefragt. Daher sei es erfreulich, wenn ein Unternehmen aus dem Nordosten Deutschlands in diesem Bereich eine kreative Idee zur Marktreife bringen wolle.