IEA-Energiebericht

Energieeffizienz vieler Industrieländer verbessert sich nur langsam

Die Mitgliedsstaaten der Internationalen Energie Agentur (IEA) haben ihre Bemühungen zur Energieeinsparung gebremst. "Derzeit erhöht sich die Energieeffizienz nur halb so schnell wie in den 70er und 80er Jahren", sagte IEA-Chef Nobuo Tanaka bei der Vorstellung des jüngsten Energieberichts der Organisation.

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Berlin (ddp/sm) - Die Studie untersucht die Entwicklung des Energieverbrauchs in 20 von 26 IEA-Ländern - darunter viele europäische Staaten, Kanada, die USA und Japan. Der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen dieser Staaten hätten zwischen 1990 und 2004 jeweils um rund 14 Prozent zugelegt, berichtete Tanaka. Während der Verbrauch in der Industrie leicht rückläufig gewesen sei, habe vor allem der Personenverkehr mehr Energie geschluckt. Zwar werde durch neue Motorentechnologien Energie gespart. Mehr Staus, verändertes Fahrverhalten und zusätzliche Wagenausstattungen hätten die Effizienzgewinne in vielen Ländern jedoch aufgezehrt.

Auch der Stromverbrauch in privaten Haushalten hat laut IEA "dramatisch" zugenommen, vor allem wegen der gestiegenen Zahl an Elektrogeräten. Ihr Anteil am Stromverbrauch der privaten Haushalte habe 2004 bei 20 Prozent gelegen, ihr Anteil an CO2-Emissionen in Haushalten bei 33 Prozent.

Die Energieeffizienz in den untersuchten Staaten habe sich zwischen 1990 und 2004 jährlich um 0,9 Prozent verbessert, berichtete Tanaka. Das sei jedoch zu wenig, kritisierte er. Zwischen 1973 und 1990 habe die jährliche Steigerungsrate bei zwei Prozent gelegen. "Wir müssen unsere Bemühungen in den kommenden Jahren verdoppeln", appellierte Tanaka, der Anfang September als erster Nicht-Europäer die IEA-Leitung übernommen hatte. Ob die Energieeffizienz über gesetzliche Regelungen oder Marktanreize verbessert werde, müsse jedes Land für sich entscheiden.