Widerstand

Energiebranche will Zwang zur Kaltreserve verhindern

Die Energiebranche will eine gesetzliche Kraftwerksreserve verhindern. Sie schlägt dafür eine sogenannte strategische Reserve nur auf freiwilliger Basis vor. Diese solle die derzeit diskutierten gesetzlichen Regelungen zur Sicherung der Stromversorgung überflüssig machen, erklärte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Donnerstag in Berlin.

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Berlin (dapd/red) - Der Vorstoß der Bundesregierung sei nur im äußersten Notfall legitim. "Diesen Notfall aber können wir mit dem Instrument der strategischen Reserve sowie ergänzenden marktkonformen Instrumenten fast ganz ausschließen", sagte die BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller. Der Regierungsentwurf enthält dem Verband zufolge erhebliche rechtliche und finanzielle Risiken.

Der Verband habe ein "rasch umsetzbares, praktikables Modell einer strategischen Reserve entwickelt, die bereits im kommenden Jahr wirksam werden kann", erklärte der BDEW. Damit habe sie denselben Vorlauf wie die beabsichtigten Eingriffe im Regierungsentwurf. Für den kommenden Winter hatte sich die Branche zu einer Selbstverpflichtung bereiterklärt.

Versorger könnten zur Kaltreserve gezwungen werden

Die Regierung will einen Zusammenbruch der Stromversorgung im Winter verhindern. Deshalb will sie Energieversorgern gesetzlich verbieten, ihre Kraftwerke abzuschalten.

Vorteile der strategischen Reserve gegenüber den staatlichen Eingriffen sind dem Verband zufolge die höhere Transparenz und die besseren Informationen über die Situation der angebotenen Kraftwerke. Hinzu käme, dass es keine Beeinträchtigung des Marktes gebe.

Unternehmen, die eigentlich beabsichtigten, unrentable Kraftwerke stillzulegen, könnten deren Leistung anbieten. Im Fall des Zuschlags müssten sie sich für mindestens zwei Jahre festlegen, diese Kraftwerke schnell anfahrbereit zu halten, ihre Leistung aber nicht anderweitig zu vermarkten.