"Große Anstrengungen"

Energiebranche warnt vor höheren Strompreisen durch Solarboom

Durch den wachsenden Anteil von Solarstrom kommen auf die Stromnetzbetreiber nach Einschätzung der Energiebranche erhebliche Investitionen in die Leitungsnetze zu. Unter anderem deshalb würden durch den Solarstrom-Boom auch steigende Kosten auf die Endverbraucher zukommen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

München (afp/red) - Solarstrom werde zunehmend nicht mehr direkt am Produktionsort verbraucht und müsse deswegen über längere Stecken transportiert werden, erklärte der Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW) am Dienstag in München. Dafür sei das Stromnetz derzeit noch nicht ausgelegt, weshalb "große Anstrengungen im Netzausbau" nötig seien. Die Kosten dafür müssten die Netzbetreiber tragen und würden versuchen, diese über Netznutzungsgebühren bei Stromanbietern wieder hereinzuholen.

Neben dem Ausbau des Elektrizitätsnetzes werde auch die staatliche Einspeiseförderung für Solarstrom letztlich zu höheren Strompreisen für Verbraucher führen, warnte der VBEW. Bereits jetzt zahlten Verbraucher mit ihrem Strom automatisch je Kilowattstunde eine Umlage von 2,44 Cent inklusive Mehrwertsteuer, mit der der Ausbau erneuerbarer Energien gefördert wird. Dies entspreche rund zehn Prozent der Stromrechnung. Für 2011 müsse angesichts des wachsenden Anteils von Solarstrom mit einer "weiteren deutlichen Erhöhung" der Umlage gerechnet werden.

Solaranlagen haben in den vergangenen Jahren einen massiven Boom erlebt. Auch für Privatleute sind sie eine interessante Investition. Grund dafür ist die für 20 Jahre staatlich garantierte Einspeisevergütung für Solarstrom. Ist eine Solaranlage nach Jahren abbezahlt, kann sie dem Besitzer eine attraktive Rendite bieten. Die Bundesregierung plant jedoch, die Solarstromförderung zu kürzen.