Teurer Ökostrom

Energiebranche verteidigt höhere Strompreise

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat die geplanten Strompreiserhöhungen Anfang nächsten Jahres verteidigt. "Der Erfolg des Erneuerbaren Energien Gesetzes wirkt sich auf den Preis aus", so BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller. Zudem verteuerten sich die Gebühren für die Stromleitungen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.djn/red) - "Es sind erhebliche Investitionen erforderlich, um Erneuerbare an die Netze anzuschließen", sagte Müller dem "Tagesspiegel". Trotz der zunehmenden Bedeutung der regenerativen Energie werde die Bundesrepublik als Industrieland noch Jahrzehnte Strom aus konventionellen Quellen brauchen. Doch "dieses Land führt bedauerlicherweise keine sachliche und offene Diskussion darüber, wie es mit Kohle-, Gas- und Kernenergie im Ergänzungsmix zu den Erneuerbaren aussieht", sagte Müller.

Aus "gesamtwirtschaflichen Gründen" begrüßte sie die geplante Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke. Eine entsprechende Regelung "muss wettbewerbsneutral sein und allen Unternehmen der Branche zugutekommen". Mit einer entsprechenden Vereinbarung rechnet Müller bis Oktober 2010.

RWE will längere Laufzeit

Nach Ansicht von RWE-Chef Jürgen Großmann sind Atomkraftwerke derzeit nicht zu ersetzen. "Die Kernkraftwerke, die heute schon stehen, sollten auf jeden Fall nicht abgeschaltet werden, solange sie sicher sind", sagte er der "Welt am Sonntag". Diese seien für die CO2-Minderung unverzichtbar. Insgesamt wolle RWE bis 2012 den Ausstoß der eigenen Kraftwerke von 180 auf 140 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) reduzieren. Dazu gehöre auch, die Abschaltung von 16 Kraftwerksblöcken, sagte er.