Im Vorfeld des Energiegipfels

Energiebranche stellt Investitionen in Frage

Bei dem für 9. Oktober geplanten Energiegipfel will die Energiewirtschaft entgegen den Plänen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch strittige Themen wie Atomkraftlaufzeiten und Preisregulierung behandeln. Dies kündigte Eberhard Meller, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), an.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

München (ddp/sm) - Dem Nachrichtenmagazin "Focus" sagte Meller: "Wir gehen davon aus, dass unsere Gipfelteilnehmer sowohl das Thema Atomkraftlaufzeiten als auch die Preisregulierung bei der Kanzlerin ansprechen werden." Angesichts der Pläne von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), die Strompreisaufsicht zu verschärfen, droht die Branche mit einer Verringerung ihrer Investitionen. "Die beim Gipfel im April zugesagten Investitionen in Höhe von 30 Milliarden Euro sind bei einer Preisregulierung, wie sie Minister Glos plant, in Frage gestellt", sagte Meller.

Der Chef des Energiekonzerns Vattenfall, Klaus Rauscher sagte dem Magazin: "Natürlich halten wir unsere Investitionszusagen. Allerdings sind wir als Wirtschaftsunternehmen verpflichtet, strenge Rentabilitätskriterien an unsere Projekte anzulegen. Und die vertragen sich nicht mit staatlich verordneten Preisen."

Merkel plant dem Blatt zufolge, strittige Themen nicht auf die Tagesordnung zu nehmen. Wirtschaftsstaatssekretär Joachim Wuermeling (CSU), der mit der Vorbreitung befasst ist, sagte: "Ein Gipfel ist nicht der Rahmen, über Details von Gesetzgebung - ob Kartellrecht oder Atomlaufzeiten - zu sprechen. Das verspräche keinen Erfolg." Der Arbeitsplan sehe jetzt vor, internationale und europäische Aspekte der Energieversorgung zu besprechen.

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