Investitionen

Energiebranche beklagt unsichere Rahmenbedingungen

Die deutsche Energiewirtschaft zeigt sich trotz überdurchschnittlicher Investitionen verunsichert. Es sei unklar, ob die Strom- und Gaswirtschaft wegen der bestehenden Rahmenbedingungen die geplanten Investitionen in vollem Umfang verwirklichen könne, sagte BDEW-Präsident Michael G. Feist.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hannover (ddp/sm) - Nach seinen Angaben stiegen die gesamten Investitionen der Branche im vergangenen Jahr auf mehr als 8,5 Milliarden Euro. Mit einer Investitionsquote von 6,5 Prozent bewege sich die Energiebranche im Vergleich zur übrigen Industrie auf überdurchschnittlichem Niveau, sagte Feist am Montag auf der Hannover Messe.

Zugleich kündigte er den Einstieg in einen "neuen, starken Investitionszyklus" an. Jedoch beklagte er in dem Zusammenhang die noch bestehenden Unklarheiten bei der Umsetzung der Anreizregulierung im Netzbereich. Auch die derzeit "wenig faktenorientierte Diskussion" um neue Kraftwerke verunsichere die Investoren. Er vermisse ein übergreifendes energiepolitisches Gesamtkonzept, das länger als eine Legislaturperiode Bestand habe.

Feist zufolge sind derzeit insgesamt 60 Kraftwerksprojekte mit einer Gesamtkapazität von rund 34.500 Megawatt geplant, die bis 2018 in Betrieb gehen sollen. Darin enthalten seien nur Vorhaben mit einer Leistung von mehr als 20 Megawatt. Die Investitionssumme dafür liege bei rund 38 Milliarden Euro, sagte Feist. Davon seien bereits 24 Anlagen mit einer Leistung von insgesamt rund 11 500 Megawatt und einem Investitionsvolumen von knapp 13 Milliarden Euro im Bau.

Dem im Herbst 2007 gegründeten BDEW gehören rund 1800 Unternehmen an. Der Verband war durch Verschmelzung des Bundesverbandes der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft mit dem Verband der Elektrizitätswirtschaft, dem Verband der Netzbetreiber sowie dem Verband der Verbundunternehmen und regionalen Energieversorger entstanden.