Anforderungen erfüllen

Energieausweis: Hausbesitzer haften für falsche Angaben

Eigentümer oder Vermieter einer Immobilie können unter Umständen gegenüber dem Käufer oder Mieter für falsche Angaben im Energieausweis haftbar gemacht werden, informiert die Verbraucherzentrale NRW und zeigt die wichtigsten Anforderungen an einen gültigen Energieausweis auf.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com
Werden bis 1965 fertig gestellte Häuser oder Wohnungen ab 1. Juli 2008 verkauft oder neu vermietet, muss der Energieausweis vorgelegt werden, damit Miet- und Kaufinteressenten es von nun an leichter haben, sich über den Heizenergiebedarf des neuen Domizils zu orientieren. "Orientierung ist aber auch in Sachen Energieausweis selbst angesagt", weiß die Verbraucherzentrale NRW, "nur wer das kleine Einmaleins der Ausweiskunde beherrscht, kann auf ein qualifiziertes und anerkanntes Dokument bauen."

Die Verbraucherzentrale zeigt, welche Anforderungen ein gültiger Energieausweis erfüllen muss.

Vollständigkeit überprüfen

Ein vollständiger Energieausweis enthält vier Seiten plus einen Empfehlungskatalog. Der Aussteller muss das Dokument mit seinem Namen, Anschrift und Berufsbezeichnung versehen und unterschreiben – wobei eine Nachbildung der Unterschrift zulässig ist.

Vorgeschriebene Datenabfrage

Es gibt eine Reihe von Angaben, die bei der Ausstellung eines Energieausweises zwingend abgefragt werden müssen. Dazu gehören unter anderem Gebäudetyp und Adresse des Gebäudes, Baujahr von Gebäude und Heizung, die Anzahl der Wohnungen und die Gesamtwohnfläche. Auch die Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre, die Abrechnungszeiträume sowie längere Leerstände sind zu erfragen. Ob der Keller beheizt, das Gebäude auch gekühlt wird oder der Energieverbrauch für Warmwasser ebenfalls in den Verbrauchsdaten enthalten ist, steht ebenfalls im verpflichtenden Fragenkatalog.

Daten-Check

Aussteller sollten um eine Übersicht gebeten werden, welche Angaben zum Gebäude bei der Erstellung des Ausweises berücksichtigt und welche weiteren Daten berechnet beziehungsweise verwendet worden sind. Nach Erhalt sollte zudem überprüft werden, ob die Daten entsprechend den eigenen Angaben richtig eingetragen wurden. Seriöse Aussteller geben auch ihre Berechtigung als Aussteller und die Nummer ihrer Haftpflichtversicherung bekannt.

Modernisierungsempfehlungen

Zum Energieausweis gehören auch Modernisierungsempfehlungen. Dafür muss der Aussteller in Erfahrung bringen, ob und wann in der Vergangenheit bereits energiewirksam modernisiert worden ist, zum Beispiel Wärmedämmung oder der Austausch der Fenster oder der Verglasung. Gedämmte Heizleitungen, der Einbau von Thermostatventilen oder einer Solar- oder Lüftungsanlage zählen ebenfalls zum Sanierungsprogramm.

Plausibilitätskontrolle

Aussteller von Energieausweisen sind gesetzlich verpflichtet zu überprüfen, ob die Angaben des Gebäudeeigentümers plausibel sind oder ob sich bei der Datenübermittlung vielleicht ein Fehler eingeschlichen hat.

In dem von der Verbraucherzentrale NRW herausgegebenen Pocket-Ratgeber "Der Energieausweis" sind wichtige Informationen rund um das Thema zusammengestellt. Das Buch kann für 4,90 Euro plus Porto bei der Verbraucherzentrale bestellt werden.