Folgen der Jahrhundertflut

Energieagentur NRW ruft zu mehr Energieeffizienz auf

Die Energieagentur NRW ruft dazu auf, beim Kauf eines Haushaltsgerätes, beim Bau eines Hauses, bei der Sanierung und bei der Modernisierung über Energieeinsparungsmöglichkeiten nachzudenken. Der Wille gelte für die Anschaffung von Energielampen für das heimische Wohnzimmer ebenso wie für neue Technologien in Unternehmen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Die Energieagentur NRW mahnt anlässlich der Hochwasserkatastrophe im Süden und Osten Deutschlands sowie in weiten Teilen Europas ein Besinnen auf einen bewussten und vor allem ökonomischeren Umgang mit Energie an. "Eine effiziente Energienutzung bedeutet neben Kosteneinsparung auch eine Entlastung der Umwelt durch die Reduzierung der Kohlendioxid-Emission", erklärt Dr. Norbert Hüttenhölscher, Leiter der Energieagentur NRW. "Es ist langfristig günstiger, heute verstärkt in den Klimaschutz zu investieren, als die Milliardenschäden, die durch Unwetter dieser Art entstehen, zu zahlen."

Hüttenhölscher spricht damit ausdrücklich nicht nur die Unternehmen und Kommunen an, sondern alle Berufsgruppen der Gesellschaft - Endverbraucher inbegriffen. "Energiesparen fängt zu Hause an, beim Heizen, dem Warmwasserverbrauch oder der Beleuchtung. Es ist der Kauf des energieeffizienten Haushaltsgerätes, der Bau des energiesparenden Hauses, die Sanierung und Modernisierung, bei der über Energie nachgedacht werden muss. Es ist die energiebewusste Siedlungsplanung, die eine energieeffiziente Architektur erst wirken lässt. Die regenerativen Energien lassen sich heute von jedem Gebäudebesitzer nutzen: Solarstrom- oder solarthermische Anlagen sind heute genauso unexotisch wie energiesparende Heizungstechnik - man muss es nur wollen."

Der Wille gelte für die Anschaffung von Energielampen für das heimische Wohnzimmer ebenso wie für neue Technologien in Unternehmen. So ließen sich nach Erkenntnissen der Energieagentur NRW in Produktionsbetrieben durch die Verwendung von Wärmerückgewinnungsanlagen, die z. B. Prozesswärme und Abluft nutzen, bis zu 50 Prozent Energie einsparen. Bei Kälteanlagen im Nahrungsmittelbereich blieben beispielsweise bis zu 40 Prozent Einsparpotenzial ungenutzt. Noch größer sei das Einsparpotenzial etwa bei Druckluft - einer der größten Energiefresser in Deutschlands Betrieben. Unterm Strich birgt die industrielle Druckluftnutzung ein Einsparpotenzial von etwa fünf Milliarden Kilowattstunden pro Jahr - das entspricht dem jährlichen Energieverbrauch Kölns.

Hüttenhölscher unterstreicht dabei die ökologische Verantwortung aller. "Wir haben mit unserem Anliegen einer effizienten Energieverwendung nur Erfolg, wenn sich endlich die Erkenntnis auf ganzer Linie durchsetzt, dass Energieeffizienz nicht nur ökologisch notwendig ist, sondern sich auch gleichzeitig ökonomisch auszahlt. Für diese Erkenntnis wird es höchste Zeit. Denn das Wasser wird womöglich bald noch viel mehr Menschen - leider buchstäblich - bis zum Hals stehen."

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